Jerry Cotton-Darsteller ist tot

5. Februar 2002, 11:16
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US-Schauspieler George Nader verkörperte den FBI- Agenten in den deutschen TV-Filmen

Woodland Hills - Der amerikanische Filmschauspieler George Nader, der den FBI-Agenten Jerry Cotton in deutschen Fernsehfilmen spielte, ist heute, Montag, in Woodland Hills bei Los Angeles gestorben. Das bestätigte eine Sprecherin des Pflegeheimes "Motion Picture Home", in dem der 80-jährige Nader erst seit gut zwei Monaten lebte. Über die Todesursache lagen zunächst keine Informationen vor.

Nader IST Jerry Cotton!

Der im kalifornischen Pasadena geborene Nader wirkte zwar in mehr als 50 Spielfilmen und US-Serien mit, bekannt wurde er aber vor allem mit einer Rolle: Jerry Cotton. Er spielte den FBI-Agenten in deutschen Fernsehfilmen so überzeugend, dass er oft mit ihm gleichgesetzt wurde. Unter eingefleischten Cotton-Fans genießen die zwischen 1965 und 1968 gedrehten Filme mit Nader heute Kult-Status. Allerdings blieb diese Begeisterung auf Deutschland beschränkt.

Rollen von gut aussehenden Draufgängern

Begonnen hatte die Karriere von George Nader Anfang der 50er Jahre in Hollywood. Mit dem Science-Fiction "Robot Monster" von 1953, in dem der Regisseur Phil Tucker mit 3-D-Bildern experimentierte, erlangte er erste Bekanntheit. Anschließend spielte er in zahlreichen Spielfilmen meist die Rolle des gut aussehenden Draufgängers, so auch an der Seite von Toni Curtis 1955 in "Seine letzte Chance". Anders als sein bester Freund Rock Hudson schaffte Nader es aber nie, einer der ganz großen Stars in Hollywood zu werden.

Unfall zwang Nader Schauspielerei aufzugeben

Ein Autounfall, von dem er ein ständiges Augenleiden davontrug, zwang Nader Mitte der 70er die Schauspielerei aufzugeben. Seine Augen konnten das grelle Filmlicht nicht mehr ertragen. Er wechselte erfolgreich den Beruf und begann Bücher zu schreiben. 1978 veröffentlichte er den Roman "Chrome".

In den letzten Jahren lebte George Nader zurückgezogen im Nobelort Palm Springs in Kalifornien. Nur selten hatte er noch öffentliche Auftritte wie im April 2000 bei einer Jerry-Cotton-Retrospektive in Titisee-Neustadt im Schwarzwald. (APA/dpa)

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