Zwei Möglichkeiten

6. Februar 2002, 15:48
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Wenn man jemanden zum Aufsichtsratschef eines quasistaatlichen Unternehmens wie den ORF macht ...

... und der plaudert dann in einem Interview, eigentlich könnte man die Bude ja zu 50 Prozent an private Investoren verklopfen; wenn daraufhin die geistigen Väter der gesetzlichen Neustrukturierung des ORF, angeführt von Gerd Bacher, eine Breitseite loslassen, der Mann habe sein Amt missverstanden und sei für dieses wohl auch nicht geeignet; wenn der Betreffende daraufhin hilflos entgegnet, nachdenken werde man ja wohl noch dürfen - dann liegen zwei denkbare Erklärungen vor:

a) Der ORF-Aufsichtsratschef, ein Kärntner Banker namens Klaus Pekarek, legitimiert durch das Vertrauen Jörg Haiders, ist ein argloser Charakter, der halt gern einmal vor sich hinphilosophiert, ohne an die Folgen für das Unternehmen zu denken; oder

b) der Mann wurde von der schwarz-blauen Regierungskoalition mit dem heimlichen Kampfauftrag dorthin gesetzt, die Filetierung des ORF im Interesse undurchsichtiger Gruppen vorzubereiten, hat sich dann aber öffentlich verplappert (oder er ließ einen Testballon steigen).

Beides ist ziemlich beunruhigend. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 5. Februar 2002)

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