FP-Streit um Dienstwagen und LH-Sessel

5. Februar 2002, 11:56
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Steiermark: FPÖ-Chef Schöggl soll LH-Vizesessel abgeben, fordert der Murauer FP-Bezirksobmann

Graz - Georg Pranckh ist auf seine Parteiführung sauer: Die Landes-FP sei von der ÖVP "tödlich umschlungen" und als Partei kaum noch erkennbar. Der Murauer FP-Bezirksobmann ist daher der Meinung, dass sein Landesparteichef Leopold Schöggl - als erstes Zeichen einer Kontursetzung - den gut dotierten Posten als Landeshauptmannstellvertreter zurücklegen solle. Schöggl habe diese Funktion "nicht durch Wahlen erworben", sondern nur durch Verhandlungen mit der ÖVP "praktisch geschenkt" bekommen, argumentiert Pranckh im Gespräch mit dem Standard. Schöggl steht aber nicht allein wegen des Postenprivilegs im Zentrum wachsender parteiinterner Kritik. Der FP-Chef habe zuletzt einen einstimmigen Vorstandsbeschluss gegen die Schließung von Bezirksgerichten, nach Rücksprache mit dem VP-Regierungspartner, eigenmächtig umgedreht. Pranckh: "Viele denken: Da können wir eh gleich zur ÖVP von Landeshauptfrau Waltraud Klasnic gehen."

Landtagsklubchef Franz Lafer wünscht sich, dass die Kritiker "lieber schweigen" sollen. Lafer: "Vielen gefällt halt der Kooperationsvertrag mit der ÖVP nicht." Lafer ist nun aber auch selber Opfer interner Anfeindungen geworden. Ihm wird vorgeworfen, sich einen Dienstwagen (neuer blauer BMW) samt Dienstchauffeur organisiert zu haben, obwohl ihm das als Klubchef nicht zustehe. Lafer: "Ich bin mit einem neuen BWM gefahren, stimmt. Der ist mir aber vom Dienstwagenpool zugeteilt worden. Natürlich fahre ich gerne mit einem Chauffeur, den ich kenne. Aber ich habe weder einen eigenen Dienstwagen noch einen eigenen Fahrer." (DerStandard,Print-Ausgabe,5.2.2002)

von Walter Müller
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