Geldstrafe für Schreibfehler

4. Februar 2002, 18:01
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"Le Temps" startet Aktion für bessere Orthographie

Journalisten der Schweizer Zeitschrift "Le Temps" müssen in diesem Monat für jeden Rechtschreib- oder Syntaxfehler fünf Franken (3,60 Euro) Strafe zahlen. Wie die Chefredaktion des französischsprachigen Blattes am Montag mitteilte, wurde der Februar zum "Monat der Orthographie" ernannt. "Mit der symbolischen Geldstrafe sollen die Autoren für Fehlerquellen sensibilisiert werden", sagte der stellvertretende Chefredakteur Ignace Jeannerat. Die Belegschaft reagierte empört auf die "autoritäre und besserwisserische Maßnahme".

Vermehrt Fehler festgestellt

Etwa hundert Journalisten schreiben regelmäßig für "Le Temps". In den vergangenen sechs Monaten war nach Ansicht der Chefredaktion die Anzahl der Fehler in die Höhe geschnellt, obwohl die Artikel in der Regel von der Redaktionsassistentin und einem Korrektor gegengelesen werden. Die Geldstrafe soll nicht nur für Rechtschreib-, sondern auch für Anschluss-, Wortwahl- und grammatische Fehler fällig werden.

Strafen sollen Party finanzieren

Die Redaktion forderte in einer Vollversammlung die Rücknahme der Aktion und eine offene Diskussion über das Thema. Die Chefredaktion bot einen Kompromiss an: Wenn die Maßnahme bleibt, soll von den eingenommenen Geldstrafen immerhin eine Party finanziert werden. (APA)

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