Gates launcht "Visual Studio.NET"

4. Februar 2002, 19:56
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Microsoft wettet seine Zukunft auf das Netz

In seiner Strategie, Microsoft-Programme zum Herzen des fortschreitend digitalisierten Alltags zu machen, setzt der Softwarekonzern auf ein Produkt, das Konsumenten selten sehen werden, Programmierer schwer verstehen und das dennoch omnipräsent sein soll: .NET (Dotnett gesprochen). Damit sollen dem Benutzer alle Arten von Informationen und Diensten über das Internet zur Verfügung gestellt werden.

Beispiel

Das Beispiel, mit dem Microsoft seine Strategie bevorzugt erklärt, ist eine Reisebuchung: Alle Daten, vom Terminkalender bis zu Flugplänen der Airlines, können miteinander kommunizieren und eine optimale Abstimmung herbeiführen. Vom Reisebüro kommt aufgrund des Kundenprofils (Flugklasse, Sitzplatzwunsch, Mietauto usw.) das Angebot, das bei Bestätigung zur Bezahlung freigegeben wird, während aufgrund von Ziel (z. B. Asien) und Patientendaten gleich auch ein Termin für Impfungen vereinbart wird. Ist der Flug verspätet, teilt eine SMS mit, wann man am Flughafen sein muss.

Selbst Microsoft räumt ein, dass es von dieser Utopie noch viele Jahre entfernt ist. Ein kleiner Schritt wird in der Hofburg gemacht, mit der Freigabe von Visual Studio.NET.

Mit dem Tool können Programme entwickelt werden, die nicht nur am PC, sondern auch auf anderen digitalen Endgeräten wie Mobiltelefonen, Pocket Computern oder Spielkonsolen funktionieren. Insgesamt unterstützt das Entwickler-Tool 25 Programmiersprachen, darunter vor allem auch die neue Progammiersprache XML (Extensible Markup Language).

Vier Jahre

Insgesamt vier Jahre hat Microsoft an dem neuen Programm gearbeitet. Weltweit werden derzeit 2,5 Mill. Testversionen des Programms in Umlauf gebracht, 3.500 davon in Österreich. Offizieller Verkaufsstart ist für die englische Version im März, für die deutsche Version im Mai. Je nach Umfang wird das Programm zwischen 900 und 2.100 Euro (zwischen 12.384 und 28.897 S) kosten. (spu/APA)

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