Lauda Air-Boden stimmt gegen Sparmaßnahmen

4. Februar 2002, 16:28
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Urabstimmungen in anderen Unternehmensbereichen der AUA-Gruppe läuft noch

Wien - Der größte Teil der Belegschaft der Austrian Airlines-Gruppe (AUA) hat in Urabstimmungen den geplanten Kostensenkungsmaßnahmen bereits mehrheitlich zugestimmt. Jetzt hat sich mit dem technisch-kaufmännischen Personal der Lauda Air erstmals eine Gruppe quer gelegt: Das Lauda Air-Bodenpersonal hat sich mit 52,2 Prozent gegen die Annahme des Pakets ausgesprochen. In der Folge werden in diesem Bereich 30 Positionen gestrichen, teilte die AUA am Montag mit.

Diese "Reduktion von Positionen" soll zusammen mit "zusätzlichen entschiedenen Maßnahmen" dafür sorgen, dass die für die Gesamtgruppe angepeilten 8 Prozent Einsparung auch in diesem Unternehmensbereich erreicht werden können, sagte AUA-Sprecher Johannes Davoras am Montag. Wie die "zusätzlichen Maßnahmen" aussehen, obliege dem Lauda Air-Management.

"Konsequente Zielsetzung"

"Auf Grund der konsequenten Zielsetzung, das Maßnahmenpaket konzernweit in dem definierten Umfang umzusetzen, wird das Lauda Air Management dieses Einsparungspotenzial in anderer Form realisieren", teilte die AUA mit. Das Lauda Air-Bodenpersonal besteht aus rund 450 Personen, davon etwa 400 Techniker. Da ein großer Teil von ihnen im Zug der Unternehmensüberführung in die AUA voraussichtlich ihren Arbeitsplatz verlieren werde, habe sich die Bereitschaft zur Zustimmung hier "in engen Grenzen gehalten", heißt es aus Unternehmenskreisen.

Insgesamt will die Gruppe im Personalbereich 15 Prozent der Kosten einsparen. Sieben Prozent davon soll durch den Abbau von nunmehr knapp 970 (bisher 940) Personalpositionen kommen, weitere acht Prozent durch Einsparungsmaßnahmen bei den verbleibenden Mitarbeitern der Gruppe. Dazu zählt etwa ein Gehaltsverzicht von rund 6 Prozent und "weitere firmenspezifische Maßnahmen" im Ausmaß von zwei Prozent.

Urabstimmungen noch in Gang

Beim Bordpersonal der Tochtergesellschaften Lauda Air, Tyrolean Airways und Rheintalflug stehen Urabstimmungen über die Annahme des Sparpakets noch bevor. Die Ergebnisse sollen bis Ende Februar vorliegen. "Wir gehen davon aus, dass sich die Zustimmung fortsetzen wird", sagte Davoras.

Beim fliegenden Personal von Austrian Airlines (AUA) sprachen sich insgesamt 89 Prozent für die Annahme des geplanten Programms zur Senkung der Personalkosten aus. Das Maßnahmenpaket sieht einen Gehaltsverzicht von rund 6 Prozent sowie zusätzliche firmenspezifische Maßnahmen im Umfang von 2 Prozent vor. Die kaufmännisch-technischen Angestellten der AUA akzeptierten das Maßnahmenpaket mit nahezu 70 Prozent. Auch das Bodenpersonal von Tyrolean Airways erklärte sich mit einer Zustimmung von 73 Prozent einverstanden. (APA)

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