Bank Austria und RZB bieten um Slowenien-Banken

4. Februar 2002, 16:14
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BA bot bisher angeblich am meisten

Wien - Für zwei Bankengruppen in Österreich, Bank Austria und Raiffeisen Zentralbank (RZB), soll sich in den nächsten Tagen und Wochen entscheiden, ob sie mit Bankenkäufen in Slowenien ihr Südosteuropanetz ausdehnen können. Die zur HypoVereinsbank gehörende Bank Austria hat um die slowenische "NKBM d.d." - Nummer zwei des Landes - geboten, Raiffeisen bastelt an einem öffentlichen Offert für die ebenfalls in Marburg ansässige "Kirchenbank" Krekova Banka d.d., die neuntgrößte Bank Sloweniens.

Bei der Privatisierung der zweitgrößten slowenischen Bank, der "Nova Kreditna Banka Maribor" (NKBM), hat die slowenische Regierung den drei in der Endrunde befindlichen Bewerbern - darunter die Bank Austria - bis heute, Montag (4. Februar) eine Nachbesserungsfrist eingeräumt. Nach slowenischen Medienberichten soll die Bank Austria schon in der ersten Bieterrunde das beste Angebot gelegt haben, das der Regierung aber noch zu gering erschienen sei. Wie am Montag gegenüber der APA verlautete, soll auf Basis bis heute vorgelegter neuer "Informationen" die Privatisierungskommission am 8. Februar zusammen treten. Ob da schon entschieden wird, ist noch offen. Mitbewerber der BA bei der NKBM sind der italienische Unicredito sowie ein mit slowenischer Teilnahme errichtetes internationales Konsortium, an dessen Bord auch die Wiener EPIC ist.

RZB bestätigt Gebot

Die Raiffeisen Zentralbank bestätigte heute gegenüber der APA, in 10 bis 14 Tagen ein öffentliches Gebot für die Nummer neun am slowenischen Bankmarkt, die "Krekova Banka", legen zu wollen. Hier ist Raiffeisen der einzige Bieter. Angepeilt ist die Übernahme aller, wenigstens aber 75 Prozent der Aktien. Die Raiffeisen-Leute sind nach eigenen Angaben derzeit in Verhandlungen mit den Kernaktionären - darunter die Diözese Maribor und andere kirchliche Institutionen - am "Feinschliff" für das Offert. Die Krekova Banka wurde nach der politischen Wende vor elf Jahren von den drei slowenischen Bistümern gegründet. Die Kirchen-Aktionäre besitzen unter anderem ein Paket an der größten slowenischen Tageszeitung "Delo", an der der Grazer Styria-Verlag zuletzt Interesse zeigte.

Slowenien ist der viertgrößte Handelspartner Österreichs, das mit 46 Prozent der Direktinvestitionen der größte Investor in Slowenien ist.

Ausverkauf befürchtet

Was slowenische Befürchtungen vor einem "Ausverkauf" der Kreditwirtschaft ans Ausland und insbesondere massierte Bankenverkäufe an "Österreicher" betrifft, so hat der Chef der slowenischen Nationalbank zuletzt durchblicken lassen, man müsse beim Verkauf der Kreditwirtschaft "auf die geografische Streuung des Fremdkapitals achten". Es dürfe nicht passieren, dass alle Banken von einem einzigen Land dominiert würden. Das hat vor allem in der österreichischen Kreditwirtschaft für Debatten gesorgt, ob das Gebot der Bank Austria als "österreichisches" oder wegen HVB-Kapitalhintergrunds als "deutsches" Engagement zu werten sei.

Mangels verkäuflicher Mehrheit hatte die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen Ende 2001 davon Abstand genommen, für die größte Bank Sloweniens, die Nova Ljubljanska Banka (NLB) zu bieten, sich also aus dem Due-Diligence-Prozess verabschiedet. Für den zum Verkauf stehenden Drittel-Anteil des Staates hat Laibach zu Jahresbeginn die belgische KBC Group zu Exklusivgesprächen eingeladen.(APA)

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