Commerzbank: Drastischer Gewinneinbruch

4. Februar 2002, 16:57
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Konjunkturflaute hinterläßt tiefe Spuren in der Bilanz

Frankfurt - Die deutsche Commerzbank ist 2001 auf Grund hoher Kreditrisiken und dem eingeleiteten Personalabbau nur knapp an der Verlustzone vorbeigekommen. Der Gewinn vor Steuern brach auf 37 Mill. Euro (509 Mill. S) ein. 2000 hatte ein günstigeres Konjunkturumfeld und der Börsengang der Direktbanktochter comdirect noch zu einem Rekordgewinn von 2,23 Mrd. Euro geführt.

Verlust im vierten Quartal

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ist sogar ein Verlust von 189 Mill. Euro eingetreten. Dies geht aus dem vorläufigen Jahresbericht des Geldhauses hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.

Der Jahresüberschuss im Konzern fiel mit 92 Mill. Euro mehr als doppelt so hoch aus wie der Gewinn vor Steuern. Dazu trug vor allem eine Steuergutschrift von 110 Mill. Euro bei. Für 2000 konnte das viertgrößte deutsche Kreditinstitut noch einen Jahresüberschuss von 1,34 Mrd. Euro ausweisen.

Obwohl die Bank nur noch einen minimalen Gewinn erzielte, erhalten die Aktionäre eine Dividende von 0,40 (Vorjahr: 0,80) Euro. Darüber hinaus war für 2000 noch ein Bonus von 0,20 Euro je Aktie wegen der Erlöse von 856 Mill. Euro aus dem Börsengang der comdirect gezahlt worden.

Konjunkturflaute

In der Konzernbilanz der Commerzbank hinterließ vor allem die Konjunkturflaute tiefe Spuren. Viele Firmen haben offensichtlich Schwierigkeiten, ihre Kredite pünktlich zurückzuzahlen. Deshalb musste die Risikovorsorge auf 935 (685) Mill. Euro aufgestockt werden.

Der Vorstand wertet seinen Dividendenvorschlag als Ausdruck "der Zuversicht für das Jahr 2002". Die Bank peilt für das laufende Jahr angesichts der eingeleiteten Sparmaßnahmen eine "spürbare Verbesserung der Ergebnislage" an. (APA/dpa)

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