Handybetreiber müssen UMTS-Netz mehrheitlich alleine aufbauen

4. Februar 2002, 14:09
posten

Nur begrenzte Kooperationsmöglichkeiten

Die sechs Inhaber von österreichischen Lizenzen für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), Mobilkom Austria, max.mobil, One, tele.ring, Telefonica und Hutchison 3G, müssen die UMTS-Netze größtenteils alleine aufbauen. Kooperationen beim Netzaufbau sind nur sehr begrenzt erlaubt. Dies geht aus einem Positionspapier der Telekom Control Kommission zum Thema "UMTS-Infrastructure Sharing" hervor. Für die UMTS-Lizenzinhaber birgt das Papier, das stark an die deutschen UMTS-Richtlinien angelehnt ist, kaum Überraschungen, wie es heute, Montag, auf APA-Anfrage unisono hieß.

Erwartet

Dass Kooperationen beim Aufbau des Kern-Netzes nicht erlaubt seien, habe man erwartet, hieß es bei Mobilkom Austria, max.mobil, One und tele.ring zur APA. Auch die beiden Newcomer Telefonica und Hutchison haben sich keine Kooperationsmöglichkeit im so genannten "Core Network" erhofft: "Wir haben mit nichts anderem gerechnet", sagte der Chef der österreichischen UMTS-Telefonica-Tochter 3G Mobile Telecommunications, Kurt Lüscher. Das Verbot, beim Kernnetz kooperieren zu dürfen, sei keine "herbe Enttäuschung", das habe man beim Kauf der Lizenz mit einkalkuliert, sagte auch Hutchison Österreich-Vorstand Berthold Thoma.

Erlaubt sind laut Positionspapier hingegen Kooperationen bei Antennentrage- und Starkstromleitungsmasten (Site Sharing), was ebenfalls den Erwartungen der Betreiber entsprach. Die vom Regulator eingeräumte Möglichkeit, beim so genannten Node-B und Radio-Network-Controller (RNC) zu kooperieren, bewerten die UMTS-Betreiber hingegen unterschiedlich.

"Gewisse Vergünstigungen beim Netzaufbau"

Die Möglichkeit des Node B- und RNC-Sharing bringe "gewisse Vergünstigungen beim Netzaufbau", aber sicher nicht eine Halbierung der Kosten, betonte One-Sprecher Michael Sprinzl. Die Möglichkeit des Node B-Sharing sei vor allem in ländlichen Gebieten, aber nicht in Ballungszentren interessant, meinte Thoma. Mobilkom und max.mobil hingegen bezweifeln auf Grund der fehlenden Standardisierung die Realisierbarkeit von Node B- und RNC-Kooperationen. Diese Kooperationen zwischen Betreibern seien derzeit nur möglich, wenn die Infrastruktur vom selben Hersteller komme, eine Standardisierung werde nicht so schnell kommen, hieß es bei der Mobilkom.

Erlaubt ist laut Positionspapier auch UMTS-Roaming auf Basis privatrechtlicher Verträge, wenn über die Versorgungspflicht hinaus Gebiete abgedeckt werden. Die UMTS-Betreiber müssen aber auf jeden Fall bis Ende 2003 ein Viertel der Bevölkerung und bis Ende 2005 die Hälfte der Bevölkerung mit einem selbst betriebenen UMTS-Netz abdecken.

Nicht erlaubt

Das von den Betreibern gewünschte Frequency Pooling, das eine gemeinsame Nutzung von unterschiedlichen Betreibern zugeteilten UMTS-Frequenzen ermöglicht, ist in Österreich derzeit auf Grund des geltenden Telekomgesetzes nicht erlaubt. Die Betreiber hoffen nun, dass die für heuer erwartete Novelle des Telekom-Gesetzes eine diesbezügliche Änderung bringen könnte.(APA)

Share if you care.