Symposium zu Migration von Frauen und struktureller Gewalt

6. Februar 2002, 09:42
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Die zunehmende Feminisierung von Migration ist eine Folge der weltweiten Benachteiligung, Unterdrückung, Verfolgung und Diskriminierung von Frauen. Aufgrund von Verfolgung aus politischen, religiösen, ethnischen Gründen oder aufgrund der Tatsache, dass sie Frauen sind, bleibt ihnen keine andere Wahl als ihre Länder zu verlassen. Sie fliehen vor Hunger, vor Krieg, vor Naturkatastrophen oder vor Armut. Nicht zuletzt zwingt die ökonomische Zwangslage Frauen in die Migration, um sich neue Perspektiven zu schaffen, sowie die eigene Existenz und die ihrer Angehörigen zu sichern.

Jede Migration ist eine Krise und eine Chance zugleich. Die migrierte Person ist in der Regel konfrontiert mit einer ihr fremden Sprache, mit neuen Werten und Normen, einer neuen Umgebung, einem neuen politischen System und einem neuen sozialen Status, dem der "Migrantin". Nach der Ankunft beginnt ein meist schmerzhafter Prozess, der zum Ziel hat, das Bekannte, im bisherigen Leben Bewährte mit dem Neuen in Einklang zu bringen. Es hängt in erster Linie von den Bedingungen, die in der Aufnahmegesellschaft herrschen, ab, ob die Migration gelingt. Weitere entscheidende Faktoren sind der Grund für die Migration sowie die Persönlichkeit der Migrantin. Was Österreich Migrantinnen anbietet, ist aber nicht nur fehlende Unterstützung, sondern oft eine feindliche Einstellung und eine restriktive Gesetzgebung, sodass Frauen, die vor Gewaltstrukturen geflohen sind, in Österreich anderen Formen von Gewalt ausgesetzt werden.

Ziele des Symposiums

Im Rahmen des Symposiums sollen die spezifischen Formen von Gewalt (strukturelle, psychische, körperliche und sexuelle) gegen Migrantinnen und deren Folgen anhand ihrer Lebenssituation erörtert und Gegenmaßnahmen, Verbesserungsvorschläge sowie Forderungen erarbeitet werden. Das Symposium wird vorbereitet von der Arbeitsgruppe Migrantinnen und Gewalt im Rahmen der Plattform gegen Gewalt in der Familie - in Kooperation mit dem Magistrat der Stadt Wien, dem Wiener Integrationsfonds sowie mit der Bereichsleitung für Integrationsangelegenheiten in Wien.

Programm

  • 1. Tag, 18.02.2001 ab 10.00 Uhr

    Moderation: Alev Korun

    Eröffnung durch Stadträtin Renate Brauner, Rrauenbüro-Leiterin Daniela Lessing Vertreterinnen der Arbeitsgruppe Migrantinnen und Gewalt Nilüfer Sözer, Maria Rösslhumer

    Referate von Gülgün Stoiber, Asiye Sel u.a.

    Arbeitskreise -AK1: "Asylbewerberinnen/Flüchtlingsfrauen" -AK2: "Arbeitsmigration unter besonderer Berücksichtigung von Frauenhandel" -AK3: "Familiennachzug"

    Plenum

    Um 18.30 Uhr findet eine Podiumsdiskussion zum Thema "Integration Made in Austria" mit NGO-Vertreterinnen und Parteipolitikerinnen statt.

  • 2. Tag, 19.02.2002

    Moderation: Alev Korun

    Referate von Hermin Karout, Ruth Kronsteiner u.a.

    Arbeitskreise
    -AK1: "Sozialrechtliche Situation" -AK2: "Psychosoziale Versorgung" -AK3: "Gegen Gewalt an Frauen in familiären Zusammenhängen"

    Plenum
    (red)

  • 18./19. Februar 2002 Wien, Rathaus Wappensaal
    Eingang Lichtenfelsgasse 2, Feststiege 2.

    Näheres zu Information und Programm: Mag.a Maria Rösslhumer, Informationsstelle gegen Gewalt, Tel. 01/544 08 20 oder
    e-mail Anmeldung bis spätestens 11.02.2002 an oben angeführte Adresse(n).
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