Mubarak legt Grundstein für Ägyptisches Museum nahe den Pyramiden

4. Februar 2002, 14:01
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Hoher Anspruch: Das "weltweit größte Museum für Altertümer" soll es werden

Kairo - Präsident Husni Mubarak hat am Montag in Sichtweite der Pyramiden von Gizeh den Grundstein für ein neues Ägyptisches Museum gelegt. Darin sollen unter anderem 3500 Ausstellungsstücke aus der 1922 im Tal der Könige entdeckten Grabkammer von Tutenchamun (ca. 1319-1309 v. Chr.) eine neue Heimat finden. Der Grabschatz wird bislang im Ägyptischen Museum in der Kairoer Innenstadt gezeigt.

Das ägyptische Kulturministerium erklärte am Montag, der neue Bau werde das "weltweit größte Museum für Altertümer" sein. Die Baukosten werden von den Ägyptern auf rund 350 Millionen US-Dollar (406 Mio Euro) geschätzt. Auf dem 50 Hektar großen Gelände in Gizeh solle ein modernes Gebäude entstehen, das in seiner Architektur einen "formalen Dialog" mit den Pyramiden widerspiegelt, heißt es im Text des internationalen Architektenwettbewerbs, der noch bis zum 7. April läuft. Zu den Mitgliedern der Jury gehört auch der ehemalige Direktor des Hildesheimer Roemer und Pelizaeus-Museums, Arne Eggebrecht.

Platznot

Das 1857 von einem französischen Ägyptologen gegründete Ägyptische Museum in Kairo platzt wegen immer neuer Ankäufe und Ausgrabungen bereits seit Jahrzehnten aus allen Nähten. Das Museum, in dem auch zahlreiche Königsmumien ausgestellt sind, soll auch nach der Eröffnung des Neubaus weiter bestehen und renoviert werden. Besucher haben es im Ägyptischen Museum wegen der nur sehr rudimentären Beschriftung der Ausstellungsvitrinen bisher nicht einfach, wenn sie die Sammlung ohne einen Führer erkunden wollen.

Pläne für ein neues Ägyptisches Museum gibt es bereits seit einigen Jahrzehnten. Mehrere Standorte waren bereits ausgewählt und später wieder verworfen worden. Diesmal sieht es jedoch so aus, als könnte tatsächlich in absehbarer Zeit mit dem Bau begonnen werden.

Wo die Schätze vergammeln

Im berühmt-berüchtigten Keller des Ägyptischen Museums am Kairoer Tahrir-Platz schlummern noch zahlreiche Schätze aus der Zeit der Pharaonen, für die es bisher keine geeignete Ausstellungsfläche gab. Allerdings berichten Ägyptologen, die den Keller von innen kennen, die Dokumentation zu manchen Fundstücken sei recht lückenhaft.

Nach den Vorstellungen des ägyptischen Kulturministeriums soll mit dem Bau des neuen Museums bereits im kommenden Jahr begonnen werden. Ägypten erhofft sich von dem Neubau auch einen Anstieg bei den Touristenzahlen, die im vergangenen Jahr wegen des Palästinenseraufstandes und der Terroranschläge vom 11. September stark zurückgegangen waren.(APA/dpa)

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