Schlagzeilen, die Geschichte machten

4. Februar 2002, 13:51
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Hundert Jahre Weltgeschehen im Überblick

Wien - Das Jahrhundert der Medien liegt zwischen Guglielmo Marconis erster transatlantischer Radioübertragung im Dezember 1901 und dem 11. September 2001, als die Bilder von den Terrorattacken in den USA live in alle Welt übertragen wurden. Ein Jahrhundert, dessen Widerhall in den Schlagzeilen der internationalen und nationalen Zeitungen ab Dienstag bis zum 9. März im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek zu verfolgen sein wird. Die Ausstellung "Österreich, Spanien, Europa und die Welt 1901 bis 2001" zeigt hundert Zeitungstitelseiten als Spiegel der Zeitgeschichte.

Die Zeitungen stammen aus der Sammlung des spanischen Journalisten Josep Bosch, die schon in der Schweiz und in Spanien zu sehen war. Bosch begann 1968 Zeitungstitelseiten aus aller Welt zu sammeln und als "journalistischer Archäologe" historische Exemplare anzukaufen, die mit den "großen Schlagzeilen" aufwarteten, wie er heute bei der Presseführung schilderte. Das Besondere seiner Sammlung sei, dass die Zeitungen - in sieben Sprachen aus 16 Ländern - immer aus der Stadt (oder, wo dies nicht möglich war, zumindest aus dem Land) des Geschehens stammen. Ein Schwerpunkt der Ausstellung, die aus Anlass des spanischen EU-Vorsitzes organisiert wurde, ist die Beziehung Österreichs zu Spanien.

"Referenz an die Welt der Information"

In einer solchen Ausstellung gebe es "eine ganze Menge schlechter Nachrichten", skizzierte Bosch das Spektrum der Schlagzeilen vom Untergang der Titanic über den "Anschluss" Österreichs, die Atombombe auf Hiroshima bis zu den Massakern am Platz des Himmlischen Friedens in Peking 1989. Auffallend sei jedoch, dass "nach einer Periode der schlechten Nachrichten fast immer eine Periode der guten Nachrichten kam". So sind Titelblätter zur Proklamierung der Republik Österreich ebenso zu sehen wie zum Ende der nationalsozialistischen Diktatur, zum Weg Spaniens zur Demokratie und zum Fall der Berliner Mauer. Der Rücktritt Nixons, vermeldet in der Washington Post, die mit ihren Recherchen den Watergate-Skandal aufdeckte, steht in der Ausstellung als Beispiel für die Macht der Medien. Die Ausstellung ist "eine Referenz an die Welt der Information", wie Xavier Selles-Ferrando, der Kultur- und Presserat der königlichen Spanischen Botschaft in Österreich, die an der Organisation der Ausstellung beteiligt war, erläuterte.

Gezeigt wird Zeitgeschichte so, wie die Zeitungen sie darstellen. So sind beispielsweise zum "D-Day", dem Beginn der alliierten Landung in der Normandie am 6. Juni 1944, die Zeitungstitel der gleichgeschalteten Presse im von den Nationalsozialisten besetzten Frankreich ebenso zu sehen wie die Nachrichtenblätter des französischen Widerstandes und amerikanische Zeitungen. So werden vor allem auch Schulklassen ein "schneller Blick über ein Jahrhundert", aber auch verschiedene Arten des Umgangs mit Information zugänglich gemacht. Zur Ausstellung, die morgen, Dienstag (18.00 Uhr), durch den spanischen Botschafter eröffnet wird, ist ein Katalog erhältlich. (APA)

"Österreich, Spanien, Europa und die Welt 1901-2001. Hundert Zeitungstitelseiten als Spiegel der Geschichte".

Österreichische Nationalbliothek, Prunksaal.

5. 2. bis 9. 3., Mo-Sa 10 bis 14 Uhr, Sonn- und Feiertage geschlossen.

Karten zu 4,36 Euro/ermäßigt 2,90 Euro.
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