Servicenummern bereiten Telekom-Regulator Kopfzerbrechen

4. Februar 2002, 16:24
posten

Bis zu 150 Beschwerdefälle im Monat wegen überhöhten Telefonrechnungen durch Mehrwertnummern

Der wachsende Markt für Servicenummern bereitet dem Telekom-Regulator Kopfzerbrechen. Zwar muss bei kostenpflichtigen Anrufen in Österreich seit Anfang 2001 ein Tonband über die Kosten des Gesprächs informieren, doch habe das Geschäft mit Mehrwertnummern "verheerende Auswirkungen", sagte Telekom-Regulator Heinrich Otruba am Freitag bei einem Pressehintergrundgespräch. "Bei uns gehen monatlich 120 bis 150 Beschwerden ein, mehrheitlich wegen Mehrwertnummern", so Otruba.

Branchenspezifisch

Call Center, Versandhäuser, Werbeagenturen, Banken, Versicherungen, Telekomfirmen, Erotikfirmen und Computerhersteller mit Help Desk-Diensten sind jene Unternehmen, die derzeit am häufigsten Servicenummern anbieten. Diese können für den Konsumenten gratis oder kostenpflichtig sein, die Kosten reichen dabei - etwa bei telefonischen Rechtsberatungsdiensten - bis zu 50 Schilling pro Minute.

Einfache Lösung

Der Geldschneiderei via Telefon kann relativ einfach begegnet werden, nämlich indem man solche Nummern gar nicht anruft oder das Gespräch nach der Kostendurchsage beendet. Schwieriger ist die Sache beim Surfen im Internet, wo so genannte Dialer, die schnelle Internetzugänge versprechen, - häufig vom User unbemerkt - für explodierende Telefonrechnungen sorgen, da sie nach dem Herunterladen des Dialers aus dem Netz jede neue Internetverbindung über teure Mehrwertnummern oder Rufnummern in entfernte Auslandszonen leiten. Solche Zugangsmöglichkeiten werden hauptsächlich von Erotik- und Sexanbietern, aber auch auf anderen Homepages geboten.

Schutzmaßnahmen

Ein Schutz gegen Dialer sei die Einrichtung einer Tarifzonensperre, betonte Otruba. Eine andere Möglichkeit wäre die Einrichtung eines PIN-Codes, wodurch 930er-Mehrwertnummern nicht mehr automatisch anrufbar wären, so Otruba. Für diese Einstellung, die es bisher noch nicht gebe, sei allerdings die Zustimmung der Netzbetreiber notwendig, um diese will sich die RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs Gmbh) bemühen.

Schlichtungsstelle

Die Schlichtungsstelle der RTR erreicht derzeit nur in 35 Prozent der Beschwerdefälle eine Einigung zwischen dem Telefonkunden, der eine Beschwerde stellt, und dem Telefonbetreiber. In 45 Prozent der Fälle wird die Beschwerde wegen Fristablauf oder Zurückweisung des Betreibers nicht behandelt, in 20 Prozent der Fälle weist der Telekom-Regulator die Beschwerde zurück, sagte Otruba. (APA)

Link

RTR

Share if you care.