Metallverarbeiter hoffen auf zweite Hälfte 2002

4. Februar 2002, 13:18
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Momentan in Talsohle - Rapider Auftragsrückgang seit dem dritten Quartal

Wien - Die österreichische Metallwarenindustrie, als Branche die viertgrößte Arbeitgeberin des Landes, sieht sich im ersten Quartal 2002 in der Talsohle angelangt, glaubt aber, dass es erst in der zweiten Jahreshälfte 2002 wieder nach oben geht. "Ein wirklich merkbare Erholung sehe ich erst ab dem dritten oder vierten Quartal", glaubt Wolfgang Welser, Fachverbandsvorsteher der Metallwarenindustrie. Auch der Abbau von Jobs werde stärker.

Derzeit werde in 12 bis 15 Unternehmen kurz gearbeitet, sagte Welser am Montag auf Anfrage der APA. Damit hat sich in den vergangenen sechs Monaten die Zahl der Unternehmen mit Kurzarbeit mehr als verdoppelt. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres sind an die 1.500 Jobs verloren gegangen, die Auftragseingänge sind um 10 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2000 gefallen. Der "richtige Auftragsrückgang hat aber erst im dritten Quartal begonnen und sich im 4. Quartal noch einmal verschärft", so Welser. Die Anschläge vom 11. September hätten die rezessive Entwicklung verstärkt, nicht aber ausgelöst. Innerhalb der Branche sind baunahe Zweige am stärksten von der Konjunkturflaute betroffen. Insgesamt erwirtschaften die rund 800 im Fachverband organisierten Unternehmen mit rund 45.000 Beschäftigten einen jährlichen Produktionswert von 7,2 Mrd. Euro, etwa 100 Mrd. S.

In den aktuellsten Produktions- und Exportzahlen für die ersten drei Quartale spiegelt sich die schlechte Situation noch kaum wider: Die Produktion ist um lediglich 1,4 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro gefallen. Der Export ist um immerhin vier Prozent gestiegen. Während die Ausfuhren in die USA und nach Deutschland stagnierten, wuchsen die Ausfuhren nach Fernost und in einige europäische Länder wie etwa Italien und Spanien zweistellig.(APA)

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    foto: photodisc
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