Internet-Banking in Österreich weiter auf dem Vormarsch

4. Februar 2002, 13:09
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13 Prozent erledigen Bankgeschäfte im Internet - Zurückhaltung beim Online-Shopping

Die Akzeptanz und Anwendung von Internet nimmt weiter zu: Im Jahr 2001 verfügten mit 53 (2000: 46) Prozent erstmals mehr als die Hälfte aller Österreicher über 14 Jahre einen Zugang zum Internet. 47 (40) Prozent der Österreicher benutzen das World Wide Web auch tatsächlich, 38 (31) Prozent bezeichnen sich als "Intensiv-Nutzer", die mehrmals pro Woche online gehen, zeigt der aktuelle Austrian Internet Monitor (AIM) der Meinungsforschungsinstitute Integral und Fessel+GfK. In steigendem Maß wickeln Österreicher auch ihre Bankgeschäfte über das Internet ab.

Zuwächse

Diese Werte haben seit 1996 stetige Zuwächse aufgewiesen, erklärte der Geschäftsführer der Integral Markt- und Meinungsforschungs GesmbH, Manfred Tautscher, am Montag vor Journalisten in Wien. Ein Großteil der Bevölkerung - 42 Prozent - kann sich von zu Hause ins Internet einwählen, 23 Prozent tun dies vom Büro aus und rund 9 Prozent von der Schule oder Universität.

Kontostand abfragen

Bereits 13 Prozent der Internet-Nutzer - insgesamt 800.000 Personen - wickeln auch ihre Bankgeschäfte regelmäßig online ab, das sind um rund 50 Prozent mehr als im Jahr 2000 (540.000). In den Jahren 1997 und 1998 hatte die Anwendung von e-banking bei einem Prozent stagniert, bis die Sache 1999 und 2000 ins Rollen kam. Der Großteil der Nutzung beschränkt sich auf die Abfrage des Kontostands (83 Prozent) oder Überweisungen (78 Prozent). Den Kauf und Verkauf von Wertpapieren wickeln 7 Prozent über Internet ab. 81 Prozent erledigen ihre Online-Bankgeschäfte von zu Hause aus, immerhin 20 Prozent erledigen das im Büro.

Grosses Potenzial

Das Potenzial für Internet-Banking ist noch weit höher, geht aus dem Austria Internet Monitor hervor: 45 Prozent der Befragten ohne Online-Konto zeigten Interesse, so ein Konto einrichten zu wollen. Hochgerechnet entspricht das rund 400.000 Personen oder 6 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahre.

Zurückhaltung beim Online-Shopping

Noch zögerlich sind die Österreicher dagegen beim Einkaufen über Internet: Im Jahr 2000 kauften heimische Konsumenten insgesamt Produkte im Wert von 180 Millionen Euro (2,5 Milliarden Schilling) online bei europäischen Einzelhändlern. Im Verhältnis zum gesamten Einzelhandelsumsatz sind das "vernachlässigbare 0,5 Prozent", geht aus einer Branchenstudie der Volkswirtschaft der Bank Austria Creditanstalt hervor.

Sicherheitsbedenken

Der größte Hemmschuh für die Entwicklung der virtuellen Einkaufswelt seien noch immer Sicherheitsbedenken bei der Bezahlung, sagte der für Internet zuständige Bank Austria-Vorstand Wolfgang Haller: "So lange der Kunde das Gefühl hat, nicht einfach und sicher im Internet bezahlen zu können, wird das Wachstum hier eingeschränkt sein". (APA)

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