Wien: Arbeitslosenrate "schlimm, aber nicht katastrophal"

4. Februar 2002, 12:18
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Arbeitslosenquote stieg auf 9,9 Prozent - Arbeitslosigkeit am Bau steigt weniger rasant

Wien - Nicht so stark wie befürchtet stieg die Arbeitslosigkeit in Wien im Vergleich zum Vorjahresmonat. Mit 83.300 arbeitslos registrierten Menschen war Ende Jänner 2002 zwar ein Anstieg von 24,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Ursprünglich sei aber ein Zuwachs auf 85.000 oder sogar 86.000 Arbeitslose erwartet worden, sagte Susanne Rauscher vom Arbeitsmarktservice (AMS) Wien am Montag zur APA: "Es ist schlimm, aber es ist nicht so katastrophal, wie wir befürchtet haben."

Im Vergleich zum Dezember 2001 stieg die Arbeitslosenzahl nur noch um 3,8 Prozent. "Ich hoffe, dass es ein bisschen so weitergeht", sagte Rauscher. Trendwende sei das aber noch keine: "Dieses Jahr wird es sicher keine Reduzierung der Arbeitslosigkeit geben."

Bestand an offenen Stellen sinkt

Die vorläufige Arbeitslosenquote im Jänner 2002 beträgt nach AMS-Angaben 9,9 Prozent. Es waren 51.971 Männer (plus 25,5 Prozent gegenüber Jänner 2001) und 31.329 Frauen (plus 24,1 Prozent) arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (über ein Jahr arbeitslos vorgemerkt) sank gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent auf 7.437 Personen.

Obwohl der Bestand an offenen Stellen (3.325) gegenüber dem Vorjahr weiterhin sank (ein Minus von 36,5 Prozent gegenüber Jänner 2001), konnte das AMS Wien nach eigenen Angaben im Jänner 2.387 und damit um 616 (34,8 Prozent) mehr neue offene Stellen dazugewinnen, als im vergangenen Dezember (Zugang an gemeldeten offenen Stellen: 2.387, Abgang: 2.533).

Am Bau steigt Arbeitslosenrate

Die Arbeitslosigkeit am Bau stieg gegenüber dem Vorjahr weniger rasant an als noch im Dezember. Aktuell sind 11.747 Personen aus dem Baugewerbe arbeitslos registriert, ein Plus von 20,9 Prozent gegenüber dem Jänner 2001. Stärker gestiegen ist die Arbeitslosigkeit in den Hilfsberufen - mit 5.470 Vorgemerkten ein Plus von 31,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, im Fremdenverkehr (7.935 Arbeitslose, das sind plus 30,6 Prozent), Verkehr (4.076, ein Plus von 30,1 Prozent), Handel (7.221, plus 26,5 Prozent), Reinigung (5.912, plus 24, 8 Prozent). Stark gestiegen ist die Zahl der Arbeitslosen in den technischen Berufen: Mit 2.777 Vorgemerkten ist ein Plus von 47,7 Prozent gegenüber Jänner 2001 zu verzeichnen.

Auch im Jänner stieg die Arbeitslosigkeit bei den 19- bis unter 25-Jährigen am stärksten an. Mit 7.873 Vorgemerkten war ein Plus von 32,8 Prozent gegenüber Jänner 2001 zu verzeichnen. Im Haupterwerbsalter steigt die Arbeitslosigkeit um rund 27 Prozent. Ende Jänner waren 20.874 Ausländer arbeitslos vorgemerkt, ein Plus von 28,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

431 junge Menschen sind laut AMS aktuell lehrstellensuchend, um 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig hat aber auch die Zahl der verfügbaren Lehrstellen zugenommen, um 19,4 Prozent auf 166. 1.486 Jugendliche suchen für später eine Lehrstelle oder befinden sich in Lehrgängen nach dem Jugendausbildungssicherungsgesetz (JASG). Ein neues Lehrgangsjahr hat im November mit 576 Ausbildungsplätzen begonnen. Dem gegenüber stehen 629 Lehrstellen, die nicht sofort verfügbar sind.(APA)

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