Telefonica verliert in Spanien ein Drittel seiner Kunden

4. Februar 2002, 11:54
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Muss die Kosten des Festnetzbetriebs alleine tragen

Das spanische Telekomunternehmen Telefonica hat nach der Auflösung seiner Monopolstellung knapp 30 Prozent seiner Kunden verloren. Nach jüngsten Angaben der spanischen Telekomaufsicht CMT konnten vor allem die Festnetzanbieter Retevision und ONO an Gewicht gewinnen. Der Marktanteil von Spaniens ehemaligen Monopolisten reduziert sich auf 89,3 Prozent.

Öffnung

Obwohl der spanische Telefonmarkt sich bereits vor drei Jahren auch für andere Anbieter geöffnet hatte, hätten sich die meisten alternativen Anbieter wie Retevision erst 2001 merklich am spanischen Markt etablieren können. Die neuen Anbieter hätten aber rasch aufgeholt. Allein von Jänner bis Juni vergangenen Jahres habe Telefonica drei Prozent des Heimatmarktes verlor, so CMT.

Marktanteile

Retevision gewann in allen Marktsegmenten 1,12 Prozentpunkte und besetzt damit mittlerweile einen Marktanteil von 3,88 Prozent. Telefonica verlor dagegen bis Juni des letzten Jahres 2,27 Prozentpunkte und erlitt dadurch einen Gewinneinbruch um 10,7 Prozent. ONO legte bei den Marktanteilen innerhalb eines Jahres von 0,38 Prozent auf 1,62 Prozent zu. Das seit 1998 tätige Unternehmen hat damit die France Telekom-Tochter Uni2 als drittgrößten spanischen Telekom-Anbieter abgelöst. Der Marktanteil von Uni2 ist auf 1,24 Prozent gesunken.

Tarife

Der Grund für den Wechsel der spanischen Telefonkunden zu Alternativen in der Höhe der Telefontarife. Die Konkurrenz habe dem ehemals staatlichen Telefonriesen bei Stadtgesprächen 5,2 Prozent und bei Inlandsanrufen 4,5 Prozent abgenommen, so CMT.

Die spanische Telekomaufsicht hat unterdessen beschlossen, dass Telefonica für das Jahr 2000 die gesamten Kosten von 268 Millionen Euro für die Instandhaltung des spanischen Telefonnetzes alleine übernehmen muss. Telefonica wird dagegen Einspruch erheben. (APA)

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