Arbeitslosenrate steigt dramatisch

4. Februar 2002, 14:43
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Im Jänner fast 300.000 Arbeitssuchende - 15,5 Prozent mehr als im Vorjahr - Beschäftigung sinkt weiter

Wien - Die steigende Arbeitslosigkeit in Österreich hat im Jänner im Jahresverlauf einen Höhepunkt erreicht. Mit insgesamt 297.830 Jobsuchenden nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 40.071 Personen oder um 15,5 Prozent zu. Gegenüber Dezember stieg die Arbeitslosigkeit saisonbedingt um 30.005 Personen oder um 11,2 Prozent, teilt das Wirtschaftsministerium am Montag mit. Der Jänner-Wert blieb allerdings unter den Rekordzahlen der Jahre 1997, 1998 und 1999, wo mehr als 300.000 Arbeitslose gezählt wurden.

Bei der Beschäftigung hat sich der Rückgang auch im Jänner weiter fortgesetzt. Mit 3,065.897 unselbstständig Beschäftigten waren im Berichtsmonat um 34.677 Personen weniger beschäftigt als im Dezember und um 7.967 weniger als vor einem Jahr. Die nationale Arbeitslosen stieg im Jänner 2002 auf 8,8 Prozent nach 8,0 Prozent im Dezember und 7,7 Prozent im Vorjahr. Die EU-Quote betrug im Jänner 4,3 Prozent nach 4,1 Prozent im Dezember und 3,6 Prozent im Jänner 2001. In Schulung und daher nicht in der offiziellen Arbeitsmarktstatistik aufscheinend waren im Jänner 31.379 Personen. Das waren um 2.030 Betroffene oder um 6,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Männer stärker betroffen

Ende Jänner waren mit 196.396 (plus 16,1 Prozent) Jobsuchenden fast doppelt so viele Männer arbeitslos gemeldet als Frauen mit 101.432 (plus 14,5 Prozent) Betroffenen. Am Monatsende hatte ein Drittel aller arbeitslos gemeldeten oder fast 98.000 Betroffene eine Wiedereinstellungszusage. Nach Einschätzung des Arbeitsmarktservice (AMS) gebe es derzeit noch keine grundsätzliche Verbesserung bei der Beschäftigung und der Arbeitslosigkeit in Österreich. Die Talsohle scheine allerdings erreicht.

Die Zahl der Jobsuchenden in Österreich nahm seit September 2001 kontinuierlich zu. Im September betrug der Zuwachs gegenüber dem vorangegangenen Jahr 21.878 Arbeitslose. Im Oktober waren es bereits um 24.808 Jobsuchende mehr und im November um knapp 32.000 Jobsuchende. Den stärksten Zuwachs gab es auf Grund des kalten Wetters im Dezember mit einem Plus von 50.689 Jobsuchende. Im milden Jänner ging der Anstieg auf 40.071 neue Arbeitslose zurück.

Alle Altersgruppen betroffen

Nach wie vor entfällt der überwiegende Teil der Zunahme auf Inländer. Die Arbeitslosigkeit bei den ausländischen Beschäftigten steigt jedoch weiterhin mit plus 22,0 Prozent oder um 9.179 Betroffene an. Wie bereits in den Vormonaten stieg die Zahl der Jobsuchenden in allen Altersgruppe an. Bei den 15- bis 24-Jährigen nahm die Arbeitslosigkeit im Jänner um 7.727 oder um 20,8 Prozent zu. Bei den Betroffenen im Haupterwerbsalter stieg die Arbeitslosigkeit um 25.996 oder um 15,2 Prozent. Mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen um 12,7 Prozent oder um 6.346 auf 56.253 Jobsuchende lag die Entwicklung in dieser Gruppe unter dem Gesamttrend.

Günstiger als erwartet entwickelte sich im Jänner der Baubereich. So ist Ende Jänner die Arbeitslosigkeit im Bau mit plus 7.136 Betroffene oder plus 8,8 Prozent auf 88.347 Betroffene unterdurchschnittlich gestiegen. Dagegen waren im Sachgüterbereich mit Plus 19,4 Prozent, im Handels und Instandhaltungsbereich mit plus 19,0 Prozent, im Realitätenwesen und bei den Unternehmensbezogenen Dienstleistungen mit plus 21 Prozent sowie im Verkehrs- und Nachrichtenwesen mit plus 17,5 Prozent überdurchschnittlich Zuwächse zu verzeichnen.

Bei den Langzeitarbeitslosen ging die Zahl der Betroffenen, die länger als ein Jahr vorgemerkt waren, um 16,4 Prozent oder um 2.328 auf 11.862 Betroffene zurück. Die Zahl derer, die über 6 Monate vorgemerkt waren, wuchs um 6.555 bzw. um 19,3 Prozent auf 40.458 Betroffene. (APA)

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