Weniger Piratenattacken 2001

4. Februar 2002, 09:11
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Seeräuber aber zunehmend brutaler

Kuala Lumpur - Piraten haben auf den Weltmeeren 2001 weniger häufig zugeschlagen als im Vorjahr, gehen aber zunehmend brutaler vor. Zwar sei die Zahl der registrierten Seeräuber-Attacken von 469 auf 335 zurückgegangen, teilte das Anti-Piraten-Zentrum des Internationalen Schifffahrtsbüros in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur am Montag mit. Gleichzeitig seien bei Überfällen aber 21 Seeleute ums Leben gekommen, nach 15 im Jahr 2000. Auch habe sich die Zahl der Entführungen von Schiffsbesatzungen auf 16 verdoppelt.

Als besorgniserregend bezeichnete das Schifffahrtsbüro den zunehmenden Einsatz von Waffengewalt. So seien im vorigen Jahr 73 solcher Fälle registriert worden, 22 mehr als noch 2000.

Am gefährlichsten sind der Erhebung zufolge nach wie vor die Gewässer Indonesiens, wo es allein zu 91 bekannt gewordenen Piraten- Angriffen kam. Danach können sich Seeleute vor der Küste Indiens und Bangladeschs am wenigsten sicher fühlen. Außerdem sei eine Zunahme der Überfälle vor verschiedenen Ländern Afrikas zu beobachten gewesen.

Positiv habe sich die Lage in der Straße von Malakka entwickelt, einem der meistgenutzten Schifffahrtswege der Welt. Dort sei die Zahl der Überfälle von 75 auf nur noch 17 gesunken, berichtete das Büro in Kuala Lumpur weiter. Grund sei vor allem bessere Überwachung und verstärkte Patrouillen durch die malaysische Marine. (APA)

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