British Airways in den roten Zahlen

4. Februar 2002, 13:26
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Weiterer Stellenabbau nach Quartalsverlust von 306 Millionen Euro - Fluggesellschaften 2001 weltweit mit ingesamt 17,4 Millarden Euro Verlust

London - Europas größte Fluggesellschaft British Airways (BA) ist im abgelaufenen Quartal vor allem wegen des Geschäftseinbruchs nach den Anschlägen vom 11. September in die Verlustzone gerutscht. Ein weiterer Stellenabbau sei nötig, kündigte BA-Chef Rod Eddington am Montag in einem Interview des britischen Rundfunksenders BBC an. Einzelheiten nannte er nicht. Zuvor hatte BA für das dritte Quartal (zum 31. Dezember) des laufenden Geschäftsjahres 2001/02 einen im Rahmen der Erwartungen liegenden operativen Verlust von 187 Mill. Pfund (306 Mill. Euro/4,21 Mrd. S) nach einem Gewinn von 80 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum bekannt gegeben. Die BA-Aktien reagierten im frühen Londoner Geschäft zunächst positiv, rutschten dann aber ins Minus.

"Diese Ergebnisse spiegeln den massiven Einfluss des 11. September auf die Umsätze und auch den anhaltenden Wirtschaftsabschwung wider", erklärte Eddington. BA habe zwar die Kosten deutlich zurückfahren können, doch das Unternehmen stehe noch immer vor einigen bedeutenden Herausforderungen. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 1,84 Mrd. Pfund zurück. Die Kosten seien um 8,5 Prozent reduziert worden, hieß es weiter. Analysten hatten mit einem Fehlbetrag in einer Spanne von 161 bis 337 Mill. Pfund gerechnet.

Abbau von 7200 Stellen angekündigt

BA hatte bereits nach den Anschlägen vom 11. September den Abbau von 7200 Stellen angekündigt. Der Einbruch in der Touristik und den Geschäftsreisen in Folge der Anschläge macht den großen Fluggesellschaften weltweit zu schaffen. Nach Einschätzung von Analysten ist BA besonders hart von den Folgen des 11. September getroffen worden, da bei dem Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz wie der Lufthansa Transatlantikreisen eine noch höhere Bedeutung hätten.

Der Aktienkurs von BA fiel nach einer freundlichen Eröffnungen in London um 1,88 Prozent auf 208,38 Pence. Der Gesamtmarkt tendierte leichter. Vor dem 11. September hatten BA-Titel noch bei 264 Pence gelegen.

Branchenkrise

Im vergangenen Jahr haben Fluggesellschaften weltweit 15 Milliarden Dollar (17,4 Milliarden Euro) Verlust gemacht. Dies erklärte der Generaldirektor der Internationalen Luftfahrt-Organisation, Pierre Jeanniot, am Sonntag (Ortszeit) auf dem New Yorker Weltwirtschaftsforum. EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio bezeichnete den Luftfahrtsektor als entscheidend für die Sicherheit und das Wachstum der Wirtschaft jeglicher Länder. Sie schlug in New York die Schaffung eines Gemeinsamen Transatlantischen Luftraumes vor. Damit sollten Bereiche wie Sicherheit, internationale Beteiligungen und staatliche Regulierung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten vereinheitlicht werden. (APA)

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