Zehntausende Menschen gedachten des "Bloody Sundays"

4. Februar 2002, 11:44
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Britische Schüsse auf Demonstranten 1972 Wendepunkt im Nordirland-Konflikt

Derry - Zehntausende Menschen im nordirischen Derry haben am Sonntag mit einem Trauermarsch des "Bloody Sunday" gedacht, bei dem vor fast genau 30 Jahren 14 Menschen getötet und 17 verletzt worden waren. Viele Teilnehmer der Kundgebung waren aus Irland und aus dem Ausland angereist, wie einer von ihnen am Sonntag berichtete.

Der Zug wurde von Kindern angeführt, die symbolisch 14 weiße Kreuze trugen. Er folgte der Route der Demonstration von 1972. Damals schossen britische Fallschirmjäger auf unbewaffnete Demonstranten. Der "Bloody Sunday" markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Nordirland-Konflikts: Danach bekam die Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA), die für die Unabhängigkeit von Großbritannien kämpft, regen Zulauf.

Die Umstände des "Bloody Sunday" werden seit 1998 von einer Kommission untersucht, die 2004 abgeschlossen sein soll. Am Montag sollen erstmals Polizisten als Zeugen aussagen. Eine erste Untersuchung von 1972 hatte den britischen Soldaten Notwehr bescheinigt. (APA)

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