30 km Freistil - Herren

14. Februar 2002, 19:54
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Hoffmann und Botwinow holen Silber und Bronze für Österreich - Mühlegg gewinnt überlegen Gold für Spanien

Salt Lake City - Die Bilder erinnerten an den Jubel nach dem WM-Titel der Staffel in Ramsau. Zwei Österreicher lagen einander am Samstag nach dem olympischen 30-km-Rennen in Soldier Hollow jubelnd in den Armen, erstmals hatten ÖSV-Langläufer in einem Rennen zwei Medaillen erobert. Christian Hoffmann und Michail Botwinow mussten bei der Premiere des Massenstarts nur die Überlegenheit von Johann Mühlegg anerkennen, der die erste nordische Goldene für Spanien eroberte.

Hohe Latte für die Alpinen

Die Winterspiele in Salt Lake City nahmen einen für Österreichs Team sensationellen Anfang. "Die Langläufer haben den Alpinen die Latte hoch gelegt", sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, dem Sportdirektor Walter Mayer gleich ein Versprechen abgerungen hatte. Das Langlauf-Budget von immerhin zehn Millionen S (726.728 Euro) darf neuerlich überzogen werden. Eine Servicestation soll angeschafft werden, damit auf dem Materialsektor noch effektiver gearbeitet werden kann.

Für Mayer keine große Sensation

"Dass sich das ausgeht, ist ein Wahnsinn", freute sich Mayer und blieb doch überraschend cool. Denn die zwei Medaillen waren für den Mann mit dem guten Gespür keine so große Sensation wie für die Öffentlichkeit. Hoffmann hatte für alle zum Favoritenkreis gezählt, doch hinter Botwinows Form war bis vor wenigen Tagen ein Fragezeichen gestanden.

Botwinow hat auch über 50 km gute Chancen

Nach einem Testlauf, bei dem er die Russen klar distanzierte, war für Mayer die Sache aber klar. Nun soll die Topform für weitere Highlights genützt werden. "Der Boti soll sich auf die Staffel und den Fünfziger konzentrieren, da ist für ihn Gold drinnen", meinte Mayer. Botwinow hatte versprochen, sich auf diese Bewerbe zu beschränken. "Denn in der Höhe erholt man sich relativ langsam, daher ist Regeneration sehr wichtig."

Mühlegg eine Klasse für sich

Der Rennverlauf war für die Österreicher optimal. "Den Mühlegg konnte heute niemand schlagen", erklärte Hoffmann zur unglaublichen Leistung des Deutschen mit spanischen Pass, der sich schon nach fünf Kilometern von seinen Gegnern abgesetzt hatte. "Das war eine perfekte Loipe für mich, heute habe ich die Früchte des harten Gletschertrainings geerntet", sagte Mühlegg, der für den Abend "una grande fiesta" ankündigte.

Die Österreicher Steigung

Hinter dem überlegenen Sieger lief alles perfekt für die Österreicher, die auch dank ihres Materials im Finish den Gegnern keine Chance ließen. Fünf Mann hatten um zwei Medaillen gekämpft, Hoffmann zeigte in der letzten Steigung den Unterschied auf. Die Norweger Kristen Skjeldal (4.) und Ole Einar Björndalen (6.) sowie Pietro Piller Cottrer (ITA/5.) fielen zurück. "Nur der Boti hat mich überrascht", sagte Hoffmann lachend. Sein Zimmerkollege forderte ihn hart, doch im Finish war er der Stärkere und holte sein zweites Edelmetall nach Bronze in Nagano. "Die Medaillen sind schwer zu vergleichen, jede ist etwas Besonderes." (APA)

Ergebnis des 30 km Langlauf-Bewerbs der Männer:
(Freie Technik mit Massenstart)

1. Johann Mühlegg (ESP) 1:09:28,9 Stunden
2. Christian Hoffmann (AUT) +2:02,1 Minuten
3. Michail Botwinow (AUT) 2:03,4
4. Kristen Skjeldal (NOR) 2:13,8
5. Pietro Piller-Cottrer (ITA) 2:13,9
6. Ole-Einar Björndalen (NOR) 2:15,6
7. Lukas Bauer (CZE) 2:53,4
8. Nikolaj Bolschakow (RUS) 3:21,7
9. Sergej Krianine (RUS) 3:23,1
10. Cristian Zorzi (ITA) 3:41,1
weiter:
24. Gerhard Urain (AUT) 5:05,0
45. Achim Walcher (AUT) 8:12,0

30 km Langlauf der Herren (freie Technik):

GOLD: Johann Mühlegg (ESP)

SILBER: Christian Hoffmann (AUT)

BRONZE: Michail Botwinow (AUT)

ANSICHTSSACHE

Das Rennen in Bildern

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