Gates und Bono fordern mehr Hilfe für die Dritte Welt

2. Februar 2002, 22:12
4 Postings

Friedliche Proteste begleiten Weltwirtschaftsforum

New York - Effektive Hilfe für die Armen und Schwachen der Welt ist das zentrale Thema des Weltwirtschaftsforums in New York. Der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Horst Köhler, rief am Samstag vor allem die USA und die EU auf, ihre Subventionspolitik für die eigene Landwirtschaft zu beenden, die diese Märkte für die Waren aus der Dritten Welt abschottet. "Wenn wir es ernst damit meinen, dass die Globalisierung allen nutzen soll, müssen die entwickelten Länder erkennen, dass sie nicht wie bisher weitermachen können", mahnte Köhler.

Auf einer Podiumsdiskussion forderten der Microsoft-Vorsitzende Bill Gates und der Rockstar Bono am Samstag die reichen Länder auf, der Dritten Welt vor allem bei Bildung und Gesundheit mehr zu helfen, um Probleme wie Aids zu lösen. US-Finanzminister Paul O'Neill stimmte zu, dass die USA und die anderen wohlhabenden Länder mehr tun müssten, wollte aber keine Zusagen über Höhe und Zeitpunkt zusätzlicher Aufwendungen machen. Gates warf den USA vor, zu wenig Entwicklungshilfe zu leisten: Gesundheitsprogramme für Entwicklungsländer unterstützten die USA mit lediglich sechs Dollar pro Einwohner. 40 Dollar pro Einwohner seien notwendig, und zurzeit zahlten etliche Länder, vor allem skandinavische, mehr als die USA, sagte Gates. Bono kritisierte Armut und Elend vor allem für Kinder und Kranke in armen Ländern als einen "internationalen Skandal und eine moralische Schande".

Die Proteste von Globalisierungsgegnern blieben auch am Samstag friedlich. Das Großaufgebot der Polizei, das das Konferenzzentrum in der Nähe der Trümmer des World Trade Centers bewachte, verbrachte bei regnerischem Wetter einen ruhigen Nachmittag. Rund 1.000 Demonstranten versammelten sich vor dem Waldorf-Astoria und riefen Parolen gegen Kapitalismus und Rassismus.

Zwei Personen wurden wegen Verkehrsverstößen festgenommen - die Zahl der Festnahmen seit Donnerstag erhöhte sich damit auf zehn. Beim letztjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos hatte es dagegen schwere Ausschreitungen gegeben, auch andere Veranstaltungen der internationalen Wirtschaftselite waren von gewaltsamen Protesten überschattet worden. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.