"Sie können sie auch anprobieren!"

2. Februar 2002, 21:43
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Unterhosen für Männer: Man (d.h. überwiegend frau) kauft sie auf gut Glück, nach erstem Eindruck oder unter der Wirkung guter Werbung. Ob die Unterhosen halten, was sie versprechen, zeigt sich erst später. Unser Test nimmt da einiges vorweg.

Das mit den Unterhosen für Männer ist so eine Sache. Einerseits: (Fast) jeder braucht sie. Andererseits: Für viele sind sie ein lästiges Muss, für manche ein Genuss. Womit schon der eigentliche Konflikt angesprochen ist.

Eine gute Unterhose, sagt man, ist die, die man nicht spürt, die aber optisch was hermacht. Und vor allem Zweiteres scheint für das ehemals starke Geschlecht zunehmend an Bedeutung zu gewinnen. Die Zeiten, da man die Unterhosen im Dreierpack bei Eduscho kaufte (drei Farben für EURO 7,19/öS 99,-) sind zwar noch nicht vorbei, in den Dessousgeschäften und Unterwäsche-Abteilungen der Kaufhäuser machen sich aber zusehends Männer breit, die in dem mittlerweile stark angewachsenen Sortiment auf der Suche nach tragbarer und optisch ansprechender Unterwäsche sind. Und auch hier tut sich ein Konflikt auf. Wie geht man vor beim Unterhosen-Kauf?

Schrittfrische und Restrisiko

Die Aufforderung der netten Verkäuferin ("Sie können sie auch anprobieren!") erweckt in uns Unbehagen. Denn sind Sie immer schrittfrisch, wenn sie Unterhosen kaufen und wollen Sie Unterhosen anziehen, die vor Ihnen jemand anhatte, der vielleicht nicht gerade unter der Dusche war? Na also! Und Unterhose über Unterhose probieren ist auch nicht das Optimale. Es bleibt also, wenn uns Form, Farbe und Größe überzeugt haben, eine Art Restrisiko. Zumal sich bei den meisten Unterhosen erst nach einigen Wäschen herausstellt, ob sie wirklich das halten, was sie im Geschäft versprechen.

Slips und Boxershorts

All diese Probleme sind für Männer ziemlich neu. Auch wenn es schon im Mittelalter Unterwäsche für Männer gab, die man sich locker um die Lenden band, so lag über Jahrhunderte der Sinn der - vor allem langen - Unterhose darin, zu wärmen und zu einer gewissen Hygiene beizutragen. Der in Europa weit verbreitete beinlose Slip kam erst Ende der 50er-Jahre auf. Die aus Amerika importierte Boxer Shorts eroberte in den 80er-Jahren den Markt, und erst in den letzten zehn Jahren verbreiterte sich das Angebot an Formen, Farben und vor allem an neuen Materialien. Lange galt Baumwolle als die Faser für Unterwäsche, heute gibt es unzählige Kunstfasern die - gegen so manches Klischee - keinesfalls unangenehme Folgen beim Schwitzen haben, sondern atmungsaktiv sind. Weiterer Vorteil der neuen Stoffe ist, dass sie auch nach häufigem Waschen noch die Passform behalten.

Wir wollten es genauer wissen und begaben uns auf die Suche nach Unterhosen verschiedener Fabrikate und Schnitte. Um einen einigermaßen repräsentativen Querschnitt zu testen, trugen wir sieben Unterhosen, die in Schnitt und Material einen gewissen Typus darstellen. Selbstverständlich ist das angebotene Sortiment immens groß und es gibt unzählige Varianten, unsere Auswahl daher nur ein Ausschnitt und subjektiv. Dennoch decken wir mit den verschiedenen Schnitten einen größtmöglichen Bereich ab.

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Von
Jürgen Eicher
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