"Nationale Datenbank" für Terrorkampf

3. Februar 2002, 09:43
posten

Oracle will für US- Sicherheit spenden

Larry Ellison, der exzentrische und charismatische Chef des weltgrößten Herstellers von Datenbanken, Oracle, will der US-Regierung die Software für eine nationale Sicherheitsdatenbank spenden. Nur mit solch einem zentralen Register, plädiert Ellison in einem Kommentar in der Herald Tribune, wäre ein effizienter Kampf gegen Terrorismus und die Verhinderung mancher Anschläge möglich.

Eine einzige Datenbank

"Der größte Schritt, den wir Amerikaner machen könnten um den Terroristen das Leben zu erschweren, wäre sicher zu stellen, dass die in einer Unzahl von Regierungsdatenbanken verstreute Information in eine einzige, umfassende nationale Sicherheitsdatenbank kopiert wird", schreibt Ellison.

Wenn es zum Beispiel einen Haftbefehl in Florida gibt, werde dieser Haftbefehl nicht entdeckt, wenn man über Bostons Logan Airport - Ausgangspunkt eines der entführten Flugzeuge des 11. September - in die USA einreist, argumentiert Ellison. Die dortige Grenzkontrolle würde lediglich eine Reihe von behördenübergreifende Watchlist-Datenbanken befragen, aber keine anderen Daten der Bundesstaaten, örtlicher Behörden oder des Bundes, "weil es einfach zu viele davon gibt".

Haftbefehl

"Darum konnte einer der Terroristen des 11. September die Passkontrolle passieren, obwohl es in Broward County in Florida einen Haftbefehl gegen ihn gab", sagt Ellison. "Eine einzelne, umfassende nationale Sicherheitsdatenbank würde einen solchen Quervergleich leicht und schnell ermöglichen." Ihre Erstellung sei technisch einfach: "Wir müssen nur die Daten aus den hunderten unterschiedlicher Polizeiregistern in eine einzige Datenbank kopieren", was nur ein Paar Monate dauern würde. (spu - DER STANDARD Printausgabe)

Share if you care.