Letzte Feuerübung im Montblanc-Tunnel

2. Februar 2002, 18:37
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Wiedereröffnung am 9. oder 10. Februar

Chamonix - Fast drei Jahre nach der verheerenden Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel ist am Samstag bei einer mehrstündigen Feuerübung der Ernstfall geprobt worden. Dies sei die letzte Sicherheitsübung vor Wiedereröffnung des Tunnels am 9. oder 10. Februar, meldete der französische Nachrichtensender LCI am Samstag. Lastwagen, Busse und Personenwagen mit insgesamt 200 Insassen aus Frankreich und Italien nahmen daran teil.

Wie bei dem wirklichen Unfall wurde in dem zwölf Kilometer langen Tunnel der Brand eines Lastwagens simuliert, allerdings mit einem kalten, nichttoxischen Rauch. "Wir prüfen das Verhalten der Menschen, die ihre Fahrzeuge verlassen und rasch die Notbuchten aufsuchen sollen", sagte ein Sprecher der Tunnelgesellschaft. Ziel der Übung sei es, diese große Zahl von Menschen rasch in Sicherheit zu bringen. Am 24. März 1999 war ein Lastwagen vermutlich durch eine brennende Zigarette in Brand geraten und hatte die Katastrophe ausgelöst.

Auch Angehörige der 39 Opfer des damaligen Unfalls nahmen an der Übung teil. "Wenn es die Notbuchten und Überwachungssysteme damals gegeben hätte, hätten nicht so viele Menschen sterben müssen", sagte ein Franzose, dessen Sohn, ein Lastwagen-Fahrer, zu den Opfern zählte. Die neuen Sicherheitseinrichtungen im Tunnel für insgesamt 306 Millionen Euro (4,2 Mrd. Schilling) nannte er "beruhigend".

Ursprünglich sollte der Tunnel bereits im vergangenen Sommer wieder geöffnet werden. Wegen der aufwendigen Arbeiten wurde der Termin immer wieder verschoben. Der französische Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot hat nach Protesten umliegender Alpen-Gemeinden eine Verringerung des Lastverkehrs durch den Tunnel zugesichert.(APA/dpa)

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