Schneefälle beenden dreijährige Dürre in Afghanistan

2. Februar 2002, 15:17
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Niederschläge offenbar in weiten Teilen des Landes

Kabul - Schwere Schneefälle in Afghanistan haben in der Nacht auf Samstag die dreijährige Dürreperiode beendet. Die Niederschläge seien offenbar landesweit gefallen, teilte ein Vertreter des Meteorologischen Dienstes in Kabul mit. Besonders viel Schnee fiel den Angaben zufolge im nördlichen und zentralen Hindukusch-Gebirge, das sich über weite Teile Afghanistans erstreckt.

Die Niederschlagsmengen lagen nach ersten Informationen über denen der vergangenen Jahre. Über die südlichen und westlichen Regionen des Landes lagen wegen fehlender Kommunikationsmittel noch keine Informationen vor. Die Hauptstadt Kabul lag unter einer dichten weißen Schneedecke.

Das Ende von Kriegshandlungen werde vermutlich insgesamt zu besseren Wetterbedingungen führen, sagte ein Vertreter des meteorologischen Dienstes. Abbrennender Raketentreibstoff und Bombenexplosionen hätten Chemikalien freigesetzt, die in den vergangenen Jahren das Wetter beeinflusst hätten.

Die Möglichkeiten zur Wettervorhersage seien jedoch noch erheblich eingeschränkt, da von ehemals landesweit 130 Wetterstationen fast alle zerstört seien. Diese treffe vor allem die Landbevölkerung, weil sie nicht vor außergewöhnlichen Wetterereignissen gewarnt werden könne. Nach UN-Schätzungen sind in dem von Krieg und Dürre gezeichneten Land bis zu 7,5 Millionen Menschen von Hunger bedroht. (APA)

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