Wende in der Kurilen-Frage

2. Februar 2002, 16:10
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Verhandlungen zwischen Japan und Russland - Territorialstreit dauert bereits seit 1945 an

Tokio - Japan und Russland haben sich auf eine Fortsetzung der Verhandlungen über die umstrittenen Südkurilen geeinigt. Die erst am Vortag ernannte japanische Außenministerin Yoriko Kawaguchi und ihr russischer Amtskollege Igor Iwanow vereinbarten am Samstag in Tokio Verhandlungen auf Vizeministerebene in Moskau für Mitte März, wie japanische Regierungsbeamte im Anschluss an das Treffen mitteilten.

Der Territorialstreit um die vier 1945 von der Sowjetunion annektierten Inseln Kunashiri, Etorofu, Shikotan und Habomai hat bisher den Abschluss eines Friedensvertrages zwischen Moskau und Tokio verhindert. Japan fordert die vier südlichen Kurilen-Inseln als seine "nördlichen Territorien" zurück.

Die japanische Regierung ist gegen eine etappenweise Rückgabe der Südkurilen. Moskau hat ein so genanntes "Hongkong-Modell" für die Inseln abgelehnt, für das sich die in großer Armut lebenden Einwohner der Südkurilen in einer Petition ausgesprochen hatten.

Iwanow, der an diesem Sonntag Richtung Indien und Afghanistan weiterreist, lud Kawaguchi zum Besuch nach Russland ein. In einer gemeinsamen Erklärung zum Abschluss ihrer fast vierstündigen Gespräche bekräftigten beide Seiten ihre bilaterale Kooperation im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. So wollen Japan und Russland in ihrem jeweils eigenen Land verhindern, dass zum Bau von Atom-, Bio- und Chemiewaffen geeignete Materialien sowie Technologien außer Landes und in die Hände von Terroristen geraten.(APA/dpa)

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