Ski: Eberharter gewinnt Kristallkugel in Königsdisziplin

13. Februar 2002, 10:31
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Der 32-jährige Tiroler ist in der Abfahrts-Weltcupwertung nicht mehr einzuholen

St. Moritz - Olympia hat noch nicht einmal begonnen und Stephan Eberharter hat die erste große Trophäe in dieser Saison schon sichergestellt. Der 32-Jährige gewann die WM-Generalprobe in St. Moritz und sicherte sich mit seinem fünften Abfahrts-Sieg der Saison bereits vorzeitig den Disziplinen-Weltcup und seine erste Kristallkugel in seiner Karriere. Und mit fünf Siegen geht der Zillertaler jetzt als vielleicht größter Favorit aller Zeiten in eine Olympia-Abfahrt, denn sogar Franz Klammer war vor Innsbruck 1976 "nur" vier Mal erfolgreich gewesen.

Versprochenes Lächeln eingelöst

Damit beschäftigt sich Eberharter allerdings sicher nicht. Vielmehr kam ihm das tags zuvor versprochene Lächeln aus, als der Gewinn der Kugel feststand. "Vor einigen Jahren hätte ich nie erwartet, dass ich den Weltcup in der Abfahrt gewinnen kann", erklärter er. Deshalb hat dieser Erfolg für ihn einen besonderen Stellenwert: "Um ehrlich zu sein, für mich zählt diese Kugel auch am meisten. Es ist eben die Königsdisziplin, das taugt mir so richtig." 245 Punkte hat er vor den letzten beiden Saisonrennen Vorsprung auf Fritz Strobl, der Sieg ist ihm nicht mehr zu nehmen. Und mit zwei Spitzenplätzen in Kvitfjell und beim Weltcup-Finale in Altenmarkt/Zauchensee könnte er sogar noch die Abfahrts-Rekordmarke von Hermann Maier aus dem Jahr 2000 (800 Punkte) auslöschen.

Vor Gewinn der großen Kristallkugel

Doch auch im Gesamtweltcup hat sich der Ausflug in die Schweiz bereits jetzt gelohnt, denn durch den Verzicht von Kjetil-Andre Aamodt wuchs der Vorsprung auf 356 Zähler an. "Dahingehend war auch dieser Sieg enorm wichtig", sagte Eberharter - wohl wissend, dass ihm nun wohl auch die große Kugel praktisch nicht mehr zu nehmen ist.

Stark im technisch schwierigen Mittelteil

Das "Geheimnis" des Erfolges von Eberharter lag auch in St. Moritz im technisch schwierigen Mittelteil. Denn bis dahin war Fritz Strobl an diesem Tag stärker. Aber eben nur bis dorthin. Denn gerade wenn es schwierig wird, fährt Eberharter wie von einem anderen Stern. "So kann man nur fahren, wenn alles stimmt", erklärte Robert Trenkwalder. Und "König Steff" kann das nur bestätigen: "Im Moment passt einfach alles zusammen. Ich habe nur einen kleinen Fehler gemacht, sonst habe ich alles genau so erwischt, wie ich mir das vorgestellt habe. Und ich habe gewusst, ich muss gut fahren, denn ich habe am Start die Zeit von Michael Walchhofer gesehen und gewusst, diese Marke ist gut."

Dass es nun nach menschlichem Ermessen sogar "ungerecht" wäre, wenn Eberharter nicht bei Olympia gewinnt, davon hat er nichts: "Es hat bei Großereignissen schon öfters solche Fälle gegeben. Alles was ich machen kann, ist mich noch einmal von Neuem auf das Rennen einzustellen." Zuvor wartet aber noch der Riesentorlauf in St. Moritz am Sonntag: "Und der ist ja auch nicht ganz so unwichtig." (APA)

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