Deutsche Neonazis marschieren in Bielefeld

2. Februar 2002, 16:36
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Rechtsradikale gehen gegen Wehrmachtsausstellung auf die Straße - 8.000 auf Gegenkundgebung

Bielefeld - Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Samstagmittag in Bielefeld eine Demonstration von rund 1.000 NPD-Anhängern gegen die Wehrmachtsausstellung begonnen. Die von insgesamt fast 2.000 Polizisten aus ganz Nordrhein-Westfalen abgeschirmte Kundgebung im Osten der Stadt war nur mit zahlreichen Auflagen genehmigt worden. Unter anderem durfte der frühere Chef der verbotenen Freiheitlichen Arbeiterpartei (FAP), Friedhelm Busse, keine Rede halten.

In Bielefeld haben Samstag nachmittag etwa 8.000 Bürger gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD demonstriert. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich etwa 1.000 NPD-Anhänger an deren Protest gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht".

Sowohl der Aufmarsch als auch die von einem "Bündnis gegen Rechts" organisierte Gegenveranstaltung verliefen bis zum Nachmittag nahezu störungsfrei. Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Fritz Behrens (SPD), bezeichnete den Aufmarsch als weiteren Beleg für die verfassungsfeindliche Haltung der NPD, weil sie ungeniert mit gewaltbereiten Neonazis kooperiere.

Die Polizei erteilte dem rechtsradikalen und einschlägig vorbestraften NPD-Funktionär Friedhelm Busse ein Redeverbot. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte dies verfügt, weil sich Busse auf früheren NPD-Versammlungen volksverhetzend geäußert hatte. (APA)

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