Seismographen für Salt Lake City

1. Februar 2002, 21:32
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Tief unter den Bergen zieht sich eine tektonische Bruchlinie - die Angst vor Erdbeben hält sich aber in Grenzen

Washington - Rechtzeitig vor Beginn der Spiele hat der Geologische Dienst der USA gemeinsam mit der University of Utah ein Erdbebenüberwachungssystem für Wasatch Range fertig gestellt, jene Bergregion, in der die Ski- und Bobwettbewerbe stattfinden.

Tief unter den Bergen zieht sich eine tektonische Bruchlinie, an der sich Erdplatten verschieben und von Zeit zu Zeit die Oberfläche erschüttern, zuletzt im Juli 2001. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit für ein ganz starkes und mittleres "Olympisches Erdbeben" eher gering (eins zu 3500 bzw. 1700), aber auch ein schwaches Beben - Wahrscheinlichkeit eins zu 750 - könnte Lawinen und Erdrutsche auslösen, ähnlich wie 1998 in Nagano, wo ein Beben während eines Skirennens das Pressezentrum erzittern ließ und mit einem Erdrutsch eine Straße verlegte.

Wasatch Range wird ab sofort rund um die Uhr und flächendeckend von Seismographen überwacht. Beben vorhersagen können sie nicht, aber sie können den Hilfsteams im Fall des Falles in kurzer Zeit auf einer Computerkarte ("ShakeMap") zeigen, wo sie hineilen müssen. (jl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2./3. 2. 2002)

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