Diät-Öle können zu Krebs führen

4. Februar 2002, 10:30
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Studien bestätigten Zusammenhang mit der Entstehung von Darmkrebs

Wien - Dass die vielgepriesenen Diät-Öle - mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren - gar nicht so gesund sind und sogar Krebs verursachen können, bestätigt eine Studie des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW). "Derartige Öle sollten möglichst nicht erhitzt und keinesfalls zum Frittieren von Fleisch verwendet werden", sagte dazu Institutsvorstand Hans Nohl im Gespräch.

Die Vermutung, dass erhitzte Diät-Öle in Zusammenhang mit der Entstehung von Darmkrebs stehen könnten, legten unter anderem epidemiologische Studien in Skandinavien nahe. Als besonders gefährdet erwiesen sich Menschen, die über lange Jahre solche Öle zum Frittieren von Fleisch verwenden. Als risikomindernd erwies sich dagegen die regelmäßige Einnahme von Aspirin.

"Bei Untersuchungen zeigte sich, dass beim Erhitzen ungesättigter Fettsäuren so genannte Fettsäure-Peroxide entstehen", sagte Nohl. Bei Kontakt mit Metallen - etwa Eisen, wie es in Fleisch enthalten ist - bilden sich besonders aggressive freie Radikale, die so genannten Alkoxylradikale. Diese wiederum schädigen die Membranen der Darmzellen, über viele Jahre können so Vorstufen von Krebs und schließlich Krebs entstehen.

Wirkung von Aspirin

Aspirin hingegen hemmt ein bestimmten Enzym, das die Entstehung von freien Radikalen fördert. Zudem kann das Medikament bereits vorhandene freie Radikale unschädlich machen. Allerdings wirkt sich Aspirin nur bis zu einem gewissen Grad positiv aus, ein Allheilmittel gegen die Entstehung von Darmkrebs ist es nicht.

Als Faustregel gilt, dass Öle mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren besonders dünnflüssig sind. Diese sollten nur etwa als Salatöl eingesetzt, aber nicht erhitzt werden. Auch sollten sie, so Nohl, kühl, dunkel und luftdicht verschlossen gelagert, da sich unter Licht- und Sauerstoffeinfluss die gefährlichen Fettsäure-Peroxide bilden. Fette, die hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren bestehen, sind daran zu erkennen, dass sie bei Zimmertemperatur fest im festen Zustand vorliegen.

Die schädliche Wirkung kann zum Teil kompensiert werden, indem man gleichzeitig Gemüse, Obst oder faserreiche Kost - etwa Vollkornprodukte - isst. Auch damit kann der Einfluss der freien Radikale vermindert werden. (APA)

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