Greenpeace fordert beim Sozialforum Aktionen zum Schutz der Erde

1. Februar 2002, 20:20
posten

Gipfel von Südafrika soll Weichen für neue Weltordnung stellen

Porto Alegre - Die Umweltschutzoganisation Greenpeace hat am Rande des Weltsozialforums in Brasilien konkrete Aktionen zum Schutz der Erde und insbesondere zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen gefordert. Der Geschäftsführer von Greenpeace International, Gerd Leipold, warf den Industrieländern am Freitag in Porto Alegre vor, einen Krieg gegen den Planeten Erde zu führen. Mit Blick auf das parallel zum Sozialforum stattfindende Weltwirtschaftsforum in New York forderte Leipold die Regierungschefs der reichen Länder auf, auf dem Weltgipfel in Johannesburg vom 26. August bis 4. September die Weichen für eine nachhaltige, ökologische und friedliche Weltordnung zu stellen.

Laut Greenpeace geht zehn Jahre nach dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung in Rio die Umweltzerstörung ungehemmt weiter. "Seit Rio wurden Urwälder vernichtet, deren Fläche 13 mal so groß ist wie die deutschen Wälder. Klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen sind weltweit um etwa acht Prozent gestiegen, und Risikotechnologien wie die Gentechnik wurden weiter vorangetrieben. Die Armut hat zugenommen. Um knappe Ressourcen werden Kriege geführt", so die Umweltschutzgruppe. Hauptverantwortlich seien die USA, Kanada und Australien, die Umweltabkommen wie das von Kyoto abgeschwächt hätten.

"Eine Welt ohne Kriege ist möglich"

Das 2. Weltsozialforum hatte am Donnerstag mit einem Marsch von 15.000 und der Veranstaltung "Eine Welt ohne Kriege ist möglich" begonnen. An den sechstägigen Debatten und Seminaren nehmen rund 60.000 Vertreter von Regierungen, Kirchen, Gewerkschaften, Minderheiten und Nichtregierungsorganisationen aus 80 Ländern teil. Das Sozialforum, das sich als "Gegenpol" zum Wirtschaftsforum der Politiker und Manager betrachtet, will unter anderem Vorschläge zur Beilegung der Konflikte im Nahen Osten, in Chiapas, Kaschmir, im Baskenland und in Kolumbien erarbeiten. Die Forderungen des ersten Forums sollen erneuert werden; dazu gehören der Erlass aller Schulden der Dritten Welt, die Abschaffung von Steuerparadiesen sowie die Reduzierung der Macht internationaler Finanzorganisationen.

An dem Treffen nehmen Persönlichkeiten wie der US-Linguist Noam Chomsky, der seinem Heimatland "Staatsterrorismus" vorwirft, die frühere französische First Lady Danielle Mitterrand (Präsidentin von France-Libertes), der bekannte spanische Richter Baltasar Garzon und der französische Bauernführer Jose Bove teil. Die Organisatoren des Forums wiesen Teilnahmeanträge von Rebellengruppen wie der baskischen ETA und der kolumbianischen FARC zurück. Aber auch Weltbank-Präsident James Wolfensohn und der belgische Premier Guy Verhofstadt wurden als "Verfechter des Neoliberalismus" ausgeladen. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.