Südasien: Millionen Witwen kämpfen um Würde und Recht auf Eigentum

1. Februar 2002, 20:15
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Frauenkongress in Neu-Delhi: "33 Millionen ausgestoßen und ausgebeutet"

Neu-Delhi - Millionen Witwen in Südasien werden ein Leben in Würde und das Recht auf Eigentum vorenthalten. "In Indien gibt es 33 Millionen Witwen, aber sie werden ausgestoßen und ausgebeutet", sagte die Frauenrechtlerin Mohini Giri am Freitag bei einem Kongress in Neu-Delhi, an dem Frauen aus sieben Ländern teilnehmen. In Indien leben Tausende von Witwen verarmt in Tempelstädten wie Vrindavan nahe Delhi, weil sie kein Recht am Erbe ihrer gestorbenen Männer zugestanden bekommen.

Rukshananda Nas aus Afghanistan sagte, auch in ihrem Land stünden Frauen oft ohne Eigentum da, wenn sie ihren Mann verlören. In den Flüchtlingslagern lebten viele verarmte Witwen. Dulcy de Silva aus Sri Lanka wies darauf hin, dass der seit fast 20 Jahren andauernde Bürgerkrieg Tausende von Frauen zu Witwen gemacht habe. "Unglücklicherweise hat sich die Haltung der Gesellschaft nicht geändert." Witwen würden als schlechtes Omen angesehen und von Familienfeiern ausgeschlossen. (APA/dpa)

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