New York will Tagungsort des Weltwirtschaftsforums bleiben

3. Februar 2002, 11:50
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Bürgermeister Bloomberg (Bild): "In der Schweiz sollten wir Skifahren" - WEF-Chef Schwab beharrt jedoch auf Davos

New York - New York will weiterhin Tagungsort des Weltwirtschaftsforums (WEF) bleiben. Bei der Eröffnungszeremonie am Donnerstag sprach sich Bürgermeister Michael Bloomberg dafür aus, das Treffen auch im nächsten Jahr wieder in der Stadt auszurichten. "In der Schweiz sollten wir Skifahren", sagte Bloomberg, aber New York sei der richtige Ort für die Veranstaltung. Auch George Pataki, der Gouverneur der Staates New York, lud das Forum für nächstes Jahr wieder in die Stadt ein.

Beobachter zeigten sich befremdet über diese Vereinnnahmung des traditionellen hochkarätigen Wirtschaftsforums, das seit nunmehr 30 Jahren in dem Schweizer Wintersportort Davos angesiedelt ist. Forumsgründer Klaus Schwab hatte die Veranstaltung aus Solidarität mit den New Yorkern nach den Terroranschlägen vom 11. September nach Manhattan gebracht. Schweizer Beschwerden über die hohen Sicherheitskosten trugen ebenfalls zu der Entscheidung bei. Für 2003 hat das Forum nach intensiven Verhandlungen mit Bern und finanziellen Zusagen die Tagung wieder für Davos fixiert.

Bereits am Donnerstag war von New Yorker Seite das Interesse ausgedrückt worden, das Weltwirtschaftsforum ganz nach New York zu holen. "Wir wollen Sie unbedingt wieder hier haben", sagte Tourismuschefin Cristyne Nicholas. Für das kommende Jahr sei die Entscheidung bereits für Davos gefallen, sagte Nicholas. "Aber wir wollen das Forum 2003, 2004, 2005, 2006".

WEF-Chef beharrt auf Schweizer Standort

Der Chef des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus Schwab, hat die Durchführung der nächsten WEF-Jahrestagung in Davos in der Schweiz bestätigt, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Sonntag meldete. Die New Yorker Behörden hatten ihre Stadt als Austragungsort vorgeschlagen.

New Yorks Gouverneur George Pataki und Bürgermeister Michael Bloomberg hatten in ihren Eröffnungsreden am Donnerstag dafür plädiert, das WEF auch in Zukunft in New York abzuhalten. "Geht in die Schweiz Ski fahren, aber lasst das WEF hier", rief Bloomberg den Zuhörern zu. Der Schweizer Wirtschaftsminister Pascal Couchepin bezeichnete dies als halben Scherz.

Das WEF-Jahrestreffen war nach New York verlegt worden, nachdem in der Schweiz Bedenken über die Sicherheit in Davos aufgekommen waren. Das Jahrestreffen von letztem Jahr war überschattet gewesen von der Barrikadierung des Austragungsortes und den gewalttägigen Ausschreitungen in Zürich. Das WEF war nach den Anschlägen vom 11.September auch aus Solidarität nach Manhattan verlegt worden. Nachdem die Schweizer Behörden im Jänner mehr Geld für die Sicherheitsmaßnahmen versprachen, entschloss sich das WEF für die Durchführung des nächsten Treffens in Davos. Wo das Treffen danach stattfindet, ist noch offen.

In seiner Schlussbilanz zum Weltwirtschaftsforum hob der Schweizer Bundespräsident Kaspar Villiger den Standortvorteil von Davos hervor.

(APA/AP)

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