Frauenpower, die Stärke sucht . . .

4. Februar 2002, 13:18
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Über ein zweitägiges Intensivseminar zum Thema "Starker Auftritt - Selbstbewusstsein kann man lernen"

"Attraktive Frauen sind dumm, und kluge sind hässlich." - Dies ist einer der Glaubenssätze, der in so manchem Kopf gespeichert ist - im Geschäftsalltag kann dieser Gedanke das weibliche Selbstbewusstsein massiv hemmen. Wie man solch einschränkende Muster loslässt, zeigte Sozialwissenschafterin Daniela Castner einer dreiköpfigen Gruppe bei dem zweitätigen Intensivseminar zum Thema "Starker Auftritt - Selbstbewusstsein kann man lernen".

Allen voran hielten die Teilnehmerinnen - eine Bankangestellte, eine Ärztin und eine Marketing-Managerin - den ersten Eindruck ihrer Sitznachbarin mittels einer Landschaftsbeschreibung fest. "Eine Methode, um zu erfahren, wie man auf Fremde wirkt. Meist sind wir uns selbst gegenüber viel negativer eingestellt, als andere Leute es sind", erklärt Castner den Sinn der Übung.

Der Umgang mit positivem Feedback sei in unserer Gesellschaft problematisch, weiß die Trainerin: "Einerseits bekommen wir unsere Fehler vorgehalten und andererseits dürfen wir uns über Erfolg nicht freuen, denn wie heißt es so schön - Eigenlob stinkt." Um ein positives Selbstbild zu entwickeln, rät Castner in Ruhe vier Fragen zu beantworten: Wofür bin ich dankbar? Worauf bin ich stolz? Was macht mich glücklich? Und worüber freue ich mich?

Positiv sollte man auch Konflikten gegenüberstehen: Sie seien Motor von Konstruktivität, sie schaffen Klarheit und helfen Unterschiede anderer Personen zu akzeptieren. Alltagsstress ist ein Hemmschuh: Vor einem Meeting etwa, sollten sich Mitarbeiter körperlich betätigen, "es klingt banal, aber Stufensteigen hilft", lächelt Castner. Doch nicht nur die innere Einstellung bestimmt unser Auftreten sondern auch das Styling.

Theaterwissenschafter, Choreograph und Stylingberater Simon Frearson stieß am zweiten Tag des Seminars zur Gruppe und beriet die drei Geschäftsfrauen in Sachen Mode. Der Engländer, der seit drei Jahren in Wien lebt, war unter anderem Stylist bei Modeschauen von Versace.

Glanzvoller Auftritt

"Modemacher sind meist schwul, sie kreieren Kleider für androgyne Körper - lange Hosenbeine, dünne Taillen. Diese Proportionen haben mit der Durchschnittsfrau nichts am Hut", klärt Frearson auf. Ganz nach dem Motto "weniger ist mehr" sollten Frauen bei der Auswahl ihres Outfits auf Muster verzichten und eher Stöckelschuhe statt flache Pumps tragen - die vermitteln eine positivere Ausstrahlung. Das bewährte "Schwarz macht schlank" ist laut Frearson sehr aktuell. Auch der Kleiderschrank sollte ab und zu gepeppt werden: Ungetragene Stücke sollten beseitigt werden. Resümee: "Accentuate the Positive." (Der Standard - Printausgabe, Silvia Stefan)

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