Anklage gegen Tierarzt Fechter zugelassen

1. Februar 2002, 15:34
posten

Hauptverdächtigen im Schweinemast-Skandal werden über 1.000 Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz vorgeworfen

Regensburg/Straubing - Der Hauptverdächtige im so genannten Schweinemast-Skandal, R. Fechter, muss sich von 26. Februar an vor Gericht verantworten. Das Regensburger Landgericht ließ am Freitag die 271 starke Anklageschrift gegen Fechter zu. Der Veterinär wurde allerdings gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von 511.000 Euro aus der Untersuchungshaft entlassen.

Fechter soll mehr als 1.000 Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz begangen haben. Er wurde im Jänner 2001 festgenommen. Seitdem saß er in Untersuchungshaft, mehrere Anträge seiner Verteidiger zur Entlassung aus der U-Haft scheiterten.

Vorläufiges Berufsverbot

Der Tierarzt muss über die Kautionszahlung hinaus noch gewisse Auflagen beachten, damit der Haftbefehl außer Vollzug bleibt. Zudem ordnete die Regensburger Strafkammer ein vorläufiges Berufsverbot an. Es gebe Hinweise dafür, dass in dem späteren Urteil ebenfalls ein Berufsverbot ausgesprochen wird, begründeten dies die Richter.

Fechter hatte in der Vergangenheit in Straubing eine große Tierklinik mit rund einem Dutzend Veterinären betrieben. Er soll laut Anklage unerlaubt mit Medikamenten gehandelt haben. Zudem seien in seinem Betrieb nicht zugelassene Mittel zur Behandlung von Tieren von Bauern benutzt worden sein. Einem Bodybuilder soll er auch Anabolika besorgt haben.

Fechters Verteidiger haben die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen. Es handele sich allenfalls um Ordnungswidrigkeiten. Zudem machten die Anwälte teilweise Mitarbeiter Fechters für die Verstöße verantwortlich. Für den Prozess sind zunächst 19 Verhandlungstage angesetzt.(APA/dpa)

Share if you care.