Reich-Ranicki jetzt als Solist im Fernsehen

1. Februar 2002, 15:15
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"Reich-Ranicki Solo" startet am 5. Februar - "Monolog für gebildete Zuschauer"

Knapp zwei Monate nach dem Ende des "Literarischen Quartetts" startet Marcel Reich-Ranicki eine Solo-Karriere im deutschen Fernsehen: Am Dienstag beginnt im ZDF seine neue Sendereihe "Reich-Ranicki Solo". Eine knappe halbe Stunde lang will der 81-Jährige Entwicklungen im Bereich Kultur kommentieren und Stellung nehmen zu Skandalen, Literaturverfilmungen oder Theaterinszenierungen, wie das ZDF am Freitag in Mainz mitteilte. Im Mittelpunkt der ersten Sendung steht unter anderem das neue Buch von Günter Grass: "Im Krebsgang".

"Polemische Anmerkungen"

"Reich-Ranicki Solo" soll in diesem Jahr neun Mal ausgestrahlt werden. Markenzeichen dürfte der Untertitel der neuen Reihe sein - "Polemische Anmerkungen." Der Sender erklärte: "Mit seiner unnachahmlichen Art wird er als Solist dafür sorgen, dass die ZDF-Zuschauer auch ohne große Vorbildung auf unterhaltsame und diskussionsfreudige Art und Weise in den bunten Kosmos der Kultur eingeführt werden."

Themen der ersten Sendung: Grass und Roth

Neben der neuen Grass-Novelle steht bei der ersten Ausgabe unter anderem auch der Roman des US-Schriftstellers Philip Roth, "Der menschliche Makel", auf dem Programm. Die Literatur werde selbstverständlich Schwerpunkt von "Reich-Ranicki Solo" sein, teilte das ZDF mit. Der Kritiker werde Einblicke und Einsichten in die inneren Mechanismen der Literaturwelt geben, die weit über die Tagesaktualität hinausgingen.

"Monolog für gebildete Zuschauer"

Der 81-Jährige selbst sagte der Zeitschrift "Bunte", er werde in der neuen Sendung einen "Monolog für gebildete Zuschauer" halten, keineswegs düster, sondern "leidenschaftlich, temperamentvoll und humorvoll". Reich-Ranicki war der Star des "Literarischen Quartetts". Die Sendung wurde nach 13 Jahren im Dezember 2001 auf seinen Wunsch hin abgesetzt. An Reich-Ranickis Seite diskutierten Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler mit einem Gast über Neuerscheinungen; als Löffler wegen Differenzen mit Reich-Ranicki ausschied, übernahm ihren Part im August 2000 Iris Radisch. (APA)

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