Football: New England Patriots gewinnen dramatische Super Bowl

6. Februar 2002, 18:44
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Sieg des krassen Außenseiters: 20:17 gegen St. Louis Rams - Entscheidung knapp vor dem Ende

New Orleans - Beim XXXVI. Super Bowl-Finale wurde die Geschichte der von den Fans so heiß geliebten Außenseiter-Siege länger. Die New England Patriots zwangen in New Orleans die klar favorisierten St. Louis Rams mit 20:17 in die Knie und holten sich damit im dritten Anlauf (1986 und 1997 musste sich das Team aus Boston jeweils im Finale geschlagen geben) endlich die Vince Lombardi Trophy. Patriots-Eigentümer Bob Kraft war verständlicherweise aus dem Häuschen: "Die Fans haben 42 Jahre auf diesen Tag gewartet. Wir sind alle Patriots und jetzt sind die Patriots World Champions."

"Pats" zogen davon

Noch dazu klingt der lang ersehnte Erfolg umso mehr wie ein Märchen, wenn man bedenkt, dass die Patriots im Jahr 2000 das schlechteste Team im AFC-Osten waren. Im Finale aber ließ man nichts anbrennen. Nur einmal geriet man in Rückstand, als Jeff Wilkins im ersten Viertel mit einem Field Goal für die 3:0-Führung der Rams sorgte. Aber danach drehten die "Pats" mächtig auf: Nach Touchdowns von Ty Law ("interception return" über 47 Yards) und David Patten (nach Pass von "Ersatz"-Quarterback Tom Brady, der zum Most Valuable Player gewählt wurde) sowie erfolgreichen Kicks von Adam Vinatieri stand es zur Pause 14:3 für den Außenseiter.

"Rams" kamen heran

Im dritten Viertel erhöhte Vinatieri mit einem weiteren Field Goal gar auf 17:3 - da begannen selbst die härtesten Kritiker der Patriots an den erstmaligen Super Bowl-Sieg für New England zu denken. Aber Star-Quarterback Kurt Warner brachte mit einem Touchdown und einer Touchdown-Vorlage für Ricky Proehl die Rams ins Spiel zurück, nachdem Jeff Wilkins auch seine beiden Kicks verwertet hatte stand es 17:17.

Fieldgoal entschied

Doch die Patriots hatten das bessere Ende für sich: Tom Brady, der die Saison als Ersatz für Quarterback Drew Bledsoe begonnen hatte, zeichnete mit einem "nine-play" für die Überbrückung von 53 Yards verantwortlich und Vinatieri ließ sich wenige Sekunden vor Schluss aus 48 Yards die Chance zum entscheidenden Field Goal nicht nehmen.

"Tom ist der Mann. Er ist der Mann, den wir in Foxboro (Stadion der Patriots) sehen wollen, wenn es windig ist oder schneit. Und er ist der Mann, den wir brauchen, wenn wir eine Chance haben die Super Bowl zu gewinnen", gab es vom Teamkollegen Lawyer Malloy Lob in den höchsten Tönen. Vinatieri selbst fühlte sich wie auf Wolken: "Ich habe von diesem Field Goal etwa tausend Mal in der vergangenen Nacht geträumt." (APA/Reuters)

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