US-Investor steigt ein

1. Februar 2002, 20:49
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Guy Wyser-Pratte erwirbt fünf Prozent an Austrian Airlines und strebt weitere Zukäufe in Österreich an - "Das war kein singulärer Ausflug"

Wien - Der US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte bestätigt den Einstieg mit fünf Prozent an der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA). Sein Vertreter in Deutschland, Markus Elsässer, kann sich noch weitere Beteiligungen an österreichischen Unternehmen vorstellen. "Das war kein singulärer Ausflug", sagte Elsässer am Freitag.

Auf Branchen oder gar Unternehmen legt sich Elsässer nicht fest: "Wir interessieren uns für Konstellationen, wo im Vergleich zum wahren Wert der Firmen Diskrepanzen sind" - dies sei etwa bei der AUA der Fall gewesen. Auf Sicht werde die Luftfahrt wieder normale Zeiten erleben, "das Konsumverhalten in Westeuropa hat sich nicht nachhaltig geändert", sagte Elsässer. Das neue AUA-Management habe die schwierigen Zeiten der Vergangenheit sehr professionell gehandhabt. Die AUA sei mit einem geschätzten Buchwert um 15 Euro zum derzeitigen Kurs - sie stieg bisher um 6,3 Prozent auf 9,23 Euro - klar unterbewertet.

"Wiener Börse soll mehr ins Rampenlicht internationaler Investoren"

Auch der Wiener Börse streut Elsässer Rosen: Die Tatsache, dass sein Engagement bisher unentdeckt geblieben sei, spreche sehr für den heimischen Aktienmarkt. "Für uns ist Wien bereits Teil einer großen europäische Börse und wir wollen, dass sie mehr ins Rampenlicht internationaler Investoren rückt".

Elsässer bestätigte gegenüber Medienberichte, über die Börse mittlerweile 5 Prozent am AUA-Grundkapital erworben zu haben. "Wir haben dem Unternehmen und den zuständigen Behörden gestern unsere Beteiligung gemeldet", sagte Elsässer. Rechtlich hat ein Investor sieben Kalendertage Zeit, eine Beteiligung über 5 Prozent der betroffenen Firma mitzuteilen, diese wiederum muss diese Tatsache innerhalb von neun Tagen über das "Amtsblatt der Wiener Zeitung" veröffentlichen.

Wyser-Pratte kaufe "seit Monaten" AUA-Aktien zu, "ausschließlich über die Börse", wie Elsässer betont. Das Erreichen der meldepflichtigen 5 Prozent-Marke sei kein Grund, jetzt damit aufzuhören.

Berüchtigt

Wyser-Pratte hat durch seine Investitionen wiederholt Aufmerksamkeit erweckt. Er ist bekannt dafür, als Aktionär vehement maximale Gewinnsteigerung etwa durch Filetierung des Unternehmens zu fordern und sich nach entsprechenden Kurssteigerungen wieder zurückzuziehen. (APA)

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