Sallmutter: Proteste "längst notwendig"

1. Februar 2002, 14:11
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GPA-Chef: "Nicht einzusehen, dass ihr euch in Lohnverzicht übt"

Wien - "Gerechtfertigt und längst notwendig" sind die Proteste der Sozialversicherten nach Ansicht von GPA-Chef Hans Sallmutter. In einer Grußadresse an die SV-Bediensteten meint Sallmutter, der wegen eines Krankenhausaufenthalts selbst nicht an den Betriebsversammlungen teilnimmt, andere Branchen würden "weit über dem Kollektivvertrag" abschließen. Zudem habe es in den vergangenen Jahren zahlreiche sozial- und arbeitsrechtliche Verschlechterungen gegeben.

"Es ist nicht einzusehen, dass ihr euch in Lohnverzicht übt, weil die Bundesregierung nicht gewillt ist, dem SV-System die notwendigen Mittel zuzuführen, die eine qualitative Weiterentwicklung möglich machen", so Sallmutter. Die Dienstgeber würden sich allerdings gerne auf die Politik ausreden "und manchmal habe ich das Gefühl, im Hauptverband sitzen nur noch willfährige und kritiklose Befehlsempfänger der Politik".

Den vom Hauptverband angestrebten Zwei-Jahres-Abschluss lehnt Sallmutter ab. Dass ein Kollektivvertrags-Abschluss über der Inflationsrate "tausende Arbeitsplätze" kosten könnte, sei "bösartige und vorsätzliche Angstmache". (APA)

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