Verkauf der "Pietà" zu Gunsten der Armen?

1. Februar 2002, 20:23
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Berichte über Pläne von Papst Paul VI. - Vatikan dementiert "Idee, die die Kirche verändert hätte"

Rom - Ein Zeitschriftenartikel sorgte am Freitag für Aufsehen: Papst Paul VI. (1963-1978) habe die weltberühmte "Pietà"-Skulptur von Michelangelo und andere Kunstschätze aus dem Vatikan verkaufen wollen. - Mit dem Geld wollte er angeblich den Armen in der Dritten Welt helfen, berichtete die römische Zeitschrift "Diario" in ihrer neuesten Ausgabe. Sie beruft sich dabei auf den unlängst gestorbenen Kunsthändler Daniel Wildenstein. Paul VI. habe kurz vor seinem Tod Wildenstein in den Vatikan gerufen und ihn um Unterstützung bei dem Verkauf gebeten.

Die "Pietà", die Maria mit ihrem sterbenden Sohn Jesu von Nazareth auf dem Arm zeigt, gilt als eines der Meisterwerke Michelangelos (1475-1564) und ist im Petersdom zu sehen. "Wenige Wochen bevor er 1978 starb, hatte Paul VI. diese Idee, die die Kirche verändert hätte", schreibt das Blatt. Wildenstein zitiert in seinem in Frankreich erschienen Buch "Marchand d'Art" Paul VI. mit folgenden Worten: "Die Menschen verhungern, und wir geben das Bild eines Vatikans ab, der auf einem Thron aus Gold lebt. Das ist unerträglich." Der Vatikan habe verhindert, dass diese Passage in der italienischen Ausgabe des Buches erscheint, schreibt "Diario".

Dementi

Der Vatikan hat noch am Freitag entsprechende Berichte dementieren lassen. Joaquin Navarro-Valls, der Sprecher des Vatikan, wies einen gleichlautenden Artikel der Zeitung "La Repubblica" als völlig haltlos zurück. Seit Jahren kursieren allerdings Gerüchte, dass der Heilige Stuhl den Verkauf von Kunstwerken in Erwägung gezogen habe. (APA/dpa)

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