Wien hat Potenzial

1. Februar 2002, 20:45
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Studie zu den Voraussetzungen für die Errichtung eines international konkurrenzfähigen Biotech-Clusters in Österreich

Wien - Aktives Engagement und Start-Finanzierung für junge Unternehmen durch die öffentliche Hand sind wesentliche Voraussetzungen für die Errichtung eines international konkurrenzfähigen Biotech-Clusters in Österreich. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Position und Perspektiven von Österreich in der Biotechnologie" von The Boston Consulting Group (BCG), die Donnerstagabend im Mittelpunkt des 4. "Life Science Circle", der Plattform des Impulsprogramms Biotechnologie für die österreichische Life Science Community, stand. Diesen Ansatz unterstützt auch Sonja Hammerschmid, Leiterin des Impulsprogramms Biotechnologie der Innovationsagentur, mit Nachdruck: "In Punkto Finanzierung besteht weiterhin Handlungsbedarf." Nur so könne Österreich das vorhandene Potenzial des wirtschaftlichen Hoffnungsträgers Biotechnologie nützen.

An international konkurrenzfähigen Projekten mangle es in Österreich nicht. Bester Beweis seien die Ergebnisse des vom Impulsprogramm im Vorjahr veranstalteten internationalen Businessplan-Wettbewerbs "BOB – Best of Biotech", dem auf dem Gebiet der medizinischen Biotechnologie zahlreiche Unternehmensgründungen folgten. Dass der Schwerpunkt der Sieger-Projekte auf der medizinischen (roten) Biotechnologie liegt, ist laut Studie kein Zufall. Die BCG-Analysten prognostizieren der roten Biotechnologie in Österreich eine jährliche Wertschöpfung in der Forschung von rund 1,6 Mrd. Euro bis zum Jahr 2015. Gleichzeitig werden die Arbeitsplätze in diesem Biotechnologie-Segment von derzeit ca. 300 auf 2.500 im Jahr 2015 anwachsen. Eine positive Beschäftigungsentwicklung auf vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsschritte ist ebenfalls zu erwarten: So könnten im selben Zeitraum ca. 5.000 neue Arbeitsplätze in der Entwicklung und jeweils 2.500 in der Produktion und technischen Dienstleistung geschaffen werden.

Wien als Standort mit internationalem Potenzial

Wie die Untersuchung von BCG ergab, liegt Wien als Standort mit internationalem Potenzial deutlich vor anderen österreichischen Städten. Mit 69 Prozent ist der Anteil der Wiener an den veröffentlichten Forschungsergebnissen im Bereich Life Science in Österreich am höchsten. Zudem sind 80 Prozent der Start-ups und 75 Prozent der etablierten Unternehmen in der Bundeshauptstadt angesiedelt. Rainer Reich, Geschäftsführer von BCG in Wien: "Weltweit betrachtet liegt Wien als Biotech-Forschungsstätte auf Platz 37, das Ranking wird von Boston, New York und London angeführt".

BCG definiert sechs entscheidende Faktoren, die den Erfolg eines Clusters ausmachen: "Neben der Sicherstellung der Start-Finanzierung für junge Unternehmen ist eine markt- und leistungsorientierte Forschung notwendig. Weiters von Bedeutung sind der reibungslose Technologietransfer der Wissenschaft in die Wirtschaft, eine gut aufgestellte Infrastruktur, genügend Facharbeitskräfte und ein 'integrierendes Element', das Cluster-Management betreibt und den Aufbau einer internationalen Marke forciert", erklärt Reich.

Die Studie wurde von der Innovationsagentur, dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung, der Österreichischen Gesellschaft für Biotechnologie , dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds, dem Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT) sowie vom Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium in Auftrag gegeben. (pte)

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