Hakoah erhält ihren früheren Sportplatz im Wiener Prater

1. Februar 2002, 16:13
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Betrieb soll aus Restitutionssumme finanziert werden

Wien - Der jüdische Sportverein Hakoah erhält einen Sportplatz im Wiener Prater. Bürgermeister Michael Häupl (S) gab am Freitag vor Journalisten bekannt, dass man sich mit Hakoah und der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) auf die derzeit vom Sportclub Finanzministerium betriebene Anlage in der Ichmanngasse 1 im Wiener Prater geeinigt habe. Die Realisierung der neuen Hakoah-Anlage ist bis 1. Jänner 2004 geplant.

Die Stadt Wien will die Anlage, die bis 1938 von der Hakoah genutzt wurde, per Grundstücksabtausch vom Bund übernehmen. Der SC Finanz soll einen Ersatzstandort erhalten. Auch die Frage der Betriebskosten wurde laut Häupl geklärt: Es wird keinen direkten Zuschuss der Stadt Wien geben. Statt dessen soll nur ein Teil der im Washingtoner Abkommen fixierten Summe von acht Mill. US-Dollar (9,26 Mill. Euro) - sie wird zu gleichen Teilen von Wien und dem Bund getragen - in die Adaptierung der Anlage fließen. Der Rest wird in eine Stiftung eingebracht, aus der die Betriebskosten finanziert werden sollen.

Häupl betont Einvernehmen aller Beteiligter

Häupl betonte, dass auch bei allen Rathaus-Fraktionen "im Prinzip große Zustimmung" herrsche. Häupl selbst sprach von einer "in der Sache guten Lösung", ein weiterer Punkt des Washingtoner Restitutionsabkommens sei damit erfüllt.

Laut Häupl fehlt jetzt nur noch der "Feinschliff": Ausständig sei noch ein Gespräch mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), um den geplanten Liegenschaftstausch zu fixieren. Häupl will Schüssel im Tausch für den Prater-Sportplatz eine aufgelassene Volksschule in der Rahlgasse im 6. Bezirk anbieten, welche die Republik dringend für die Erweiterung des dortigen Bundesgymnasiums benötige. "Ohne Geld in die Hand zu nehmen, könnte man damit alle Interessen befriedigen", so der Bürgermeister.

Muzicant: "Ein schöner Tag für den Präsidenten der IKG"

Ariel Muzicant sprach am Freitag angesichts der gefallenen Entscheidung in Sachen Sportplatz für den jüdischen Sportverein Hakoah von einem "schönen Tag für den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde". "Ich freue mich wirklich", so der IKG-Präsident, der vor allem Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) dankte. Es sei "beispielhaft", wie sich Häupl für den Hakoah-Sportplatz eingesetzt habe, so Muzicant gegenüber der APA.

Muzicant, der stets den Standort Augarten favorisiert hatte, erklärte zudem, "wir haben immer gesagt, dass wir uns nicht quer legen, wenn es einen vernünftigen Vorschlag gibt". "Und die Ichmanngasse ist ein vernünftiger Vorschlag." (APA)

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