Wieder Jobabbau in der heimischen Telekombranche

1. Februar 2002, 22:41
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Connect und Telefónica verpassen sich Diät

Wien - Die heimische Telekombranche wird derzeit gehörig durchgebeutelt. Nun hat es auch Connect Austria (One) erwischt: Österreichs drittgrößter Mobilfunker baut rund 150 seiner 1600 Beschäftigten ab. Der Mitarbeiterabbau soll weitgehend durch natürliche Abgänge erfolgen, die Jobs sollen nicht nachbesetzt werden, so das Ziel.

Notwendig geworden ist die Verschlankung offenbar durch die Krise der Telekombranche und den harten Handywettbewerb. "Der österreichische Mobilfunkmarkt ist gesättigt und die Wachstumsdynamik stark abgeschwächt", betonte Connect-Geschäftsführer Jörgen Bang-Jensen. Insider gehen davon aus, dass dies auch eine Vorbereitung für einen Eigentümerwechsel sein könnte. Als künftiger Eigentümer wird seit Monaten die französische Orange gehandelt.

Auslagerungen werden geprüft

Der Personalabbau ist offenbar aber nicht die einzige Maßnahme, denn Connect prüft nach eigenen Angaben auch die Auslagerung einzelner Unternehmensbereiche. Bereits vor einem Jahr hatte One die E-Business-Aktivitäten in eine Tochterfirma ausgegliedert. Wenig erfolgreich, wie sich herausstellte, denn die Mitarbeiter wurden zurückgeholt und arbeiten in der Abteilung "One Living" an der Entwicklung von Diensten und Services für "Mobile Commerce". Kandidaten für Outsourcing könnten etwa Planungs- und Netzwerktätigkeiten sein, heißt es.

Ins Schwitzen gekommen ist bei ihrer Europa-Expansion die spanische Telefónica. Die deutsche Tochter Quam legte beim Start einen Bauchfleck hin, in Italien gibt es Probleme mit Ipse 2000, an der die "Matadores" 45,59 Prozent halten (der Rest gehört der finnischen Sonera und Fiat). Der Start von Ipse wird vermutlich bis 2003 auf Eis gelegt.

Auch 3G Mobile hat Probleme

Dasselbe Schicksal hängt wie ein Damoklesschwert über der 3G Mobile Telecommunications, der spanischen UMTS-Tochter in Österreich. Die Entscheidung, ob jemals mit UMTS gefunkt wird, ist noch nicht gefallen. Insgesamt hat Telefónica knapp sieben Mrd. Euro für UMTS-Lizenzen in fünf europäischen Ländern ausgegeben.

Dick erwischt hat es indessen die Festnetzsparte der Spanier in Österreich, European Telecom. Dort wurden 35 Mitarbeiter im Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung angemeldet, sie sollen im März aus dem Unternehmen ausscheiden. (ung, DER STANDARD, Printausgabe 2.2.2002)

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