BBAG hat Ost-Zukäufe verdaut

3. Februar 2002, 15:23
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Absatz und Umsatz zweistellig gewachsen - Aktie als "Akquisitionswährung"

Wien - Die Brau-Beteiligungs AG (BBAG), Österreichs größter Getränkekonzern, hat die Akquisitionen in Osteuropa endgültig verdaut. Aufgrund der Zukäufe des Jahres 2000 in Rumänien und Polen konnten im vergangenen Jahr sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz zweistellige Zuwächse verzeichnet werden.

Der Umsatz legte um 16,5 Prozent zu und überstieg mit 1,092 Mrd. Euro (15,03 Mrd. S) erstmals die Milliarden-Euro-Grenze. Der Gesamtabsatz von Bier und alkoholfreien Getränken stieg um 19,3 Prozent auf 14,9 Millionen Hektoliter.

"Zum Umsatzwachstum haben allerdings nicht nur die Akquisitionen beigetragen", sagte BBAG-Chef Karl Büche. Ungarn (plus 14,4 Prozent), Tschechien (6,7), Österreich (2,2) und der Immobilienbereich (neun Prozent) hätten ein deutliches organisches Wachstum verzeichnet. Bei Pago konnte man nur gering zulegen, der Mineralwasserbereich habe um 3,5 Prozent eingebüßt. Nach dem Verkauf von Güssinger werde allerdings auch dieses Segment künftig zur "neuen Qualität des Wachstums" ("Profitabilität vor Jagd nach Hektolitern") beitragen, so Büche.

Auch Ergebnis deutlich gewachsen

Auch das Ergebnis sei im vergangenen Jahr deutlich gewachsen, sagte Finanzvorstand Wolfgang Berger-Vogel. Die genauen Zahlen liegen zwar noch nicht vor, Analysten schätzen aber, dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im zweistelligen Prozentbereich gewachsen ist. Im Jahr 2000 betrug das EBIT 50,5 Mio. EURO. Das von den Finanzierungskosten der Akquisitionen beeinflusste Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) dürfte nach 45,3 Mio. EURO um weniger als zehn Prozent zugelegt haben.

Das Ziel der Wertsteigerung funktioniere ohne Wachstum am Markt nicht, so Büche. Daher wolle man "aktiver Teil des internationalen Konsolidierungsprozesses in der Brauindustrie bleiben". Als Währung für mögliche Akquisitionen soll verstärkt die BBAG-Aktie dienen. Nicht zuletzt, da sich Büche durch die Wiederaufnahme in den ATX eine "Annäherung des Kurses an den realen Unternehmenswert" erwartet. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 2.2.2002)

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