NATO-Unterstützung für weitere US-Angriffe fraglich

1. Februar 2002, 09:59
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Robertson verlangt Beweise für Verwicklung anderer Länder

New York - Die Vereinigten Staaten könnten bei einer Ausweitung des Anti-Terror-Kriegs auf den Irak oder Nordkorea nicht automatisch mit der Unterstützung der NATO rechnen. NATO-Generalsekretär George Robertson sagte am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums in New York, der ausgerufene gemeinsame Verteidigungsfall beziehe sich nur auf die Terroranschläge vom 11. September. Bei einem möglichen neuen Terrorangriff müsse die Allianz neu entscheiden.

Wenn die USA überzeugende Beweise vorlegen könnten für eine Verbindung zwischen anderen Ländern und den Terroranschlägen, seien die Verbündeten an dieser Information sehr interessiert, erklärte Robertson. Dies sei im Moment aber nicht der Fall. In seiner Rede zur Lage der Nation hatte der amerikanische Präsident George W. Bush am Dienstag Nordkorea, dem Iran und dem Irak vorgeworfen, den Terrorismus zu unterstützen und damit Spekulationen über mögliche Angriffe außerhalb Afghanistans genährt.

Robertson sagte, ohne die Unterstützung der Allianz hätten die USA den Krieg in Afghanistan nicht gewonnen. Er verwies auf die Nutzung des italienischen, griechischen und russischen Luftraums während der Militäroperation. Doch auch die NATO mache Fortschritte und werde zu einem Forum für den Austausch von Geheimdienstinformationen im Kampf gegen den Terrorismus. (APA/AP)

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