Kreml-Sprecher: Menschenrechtsverletzungen im Kaukasus "unvermeidlich"

31. Jänner 2002, 22:01
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Regierungsbeauftragter rechtfertigt Vorgehen in Tschetschenien

Moskau - Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien sind nach Angaben eines Kreml-Sprechers "unvermeidlich". "Spezialeinsätze bringen Verletzungen (von Menschenrechten) mit sich", sagte der Regierungsbeauftragte für Menschenrechtsfragen in Tschetschenien, Wladimir Kalamanow, am Donnerstag in Moskau. "Wenn wir auf diese Einsätze verzichten, wird es einen Anstieg der Kriminalität geben", fügte er hinzu.

Menschenrechtsorganisationen hatten wiederholt die Razzien des Militärs verurteilt und der russischen Armee Machtmissbrauch, Entführungen, Gewalt und Mord vorgeworfen. Ein Gesetz, wonach Soldaten bei Hausdurchsuchungen ihre Papiere vorzeigen und eine Liste der Festgenommenen anfertigen sollen, soll laut Kalamanow in Kürze in Kraft treten. Vermisstenanzeigen werde nachgegangen, sagte er weiter.

Die russische Armee war am 1. Oktober 1999 in Tschetschenien einmarschiert und kontrolliert mittlerweile den größten Teil der abtrünnigen Kaukasus-Republik. Moskau bezeichnet die Militäraktionen in Tschetschenien als Anti-Terror-Kampf. Die für die Unabhängigkeit von Moskau kämpfenden Rebellen führen einen Partisanenkrieg gegen die russischen Truppen. (APA)

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