Jukebox dämmt E-Mail-Flut

31. Jänner 2002, 21:43
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Massen an E-Post lassen sich billig und dokumentenecht archivieren

Wien - Briefschreiber des Internetzeitalters kennen es: Zuerst warnt das Mailprogramm, dass ominöse Speichergrenzen überschritten wurden und dieses böse Folgen haben werde; irgendwann ist kein Versand von Mails mehr möglich, und bald kommt auch nichts mehr rein.

Für Systemverwalter ist es ohnedies schon längst ein Horror: Täglich wächst die E-Mail-Flut, weil nicht nur unerwünschte Massenmailer, sondern auch Kollegen, Tanten und Nichten entdecken, dass riesige Powerpoint-Präsentationen ebenso mühelos zu versenden sind wie eine Sammlung putziger Eisbärenbilder. Der Effekt: verstopfte Leitungen und überquellende Speicher.

Dabei, sagt Ernst Unger von Hewlett-Packard, haben die meisten Unternehmen noch gar nicht begriffen, welcher Wissensschatz in den verstreut und nach Zufallsprinzip gebunkerten Mailsammlungen ihrer Mitarbeiter stecken. Und sollte es in einem Streitfall einmal hart auf hart gehen, kann E-Mails besondere Bedeutung zukommen, wovon Microsoft seit seinem Kartellverfahren ein Lied singen kann.

Um mit dem größer werdenen Berg zurechtzukommen, bietet HP zur E-Mail-Archivierung billige magneto-optische Speicher, eine Art verbesserte Variante von CD-ROM, anstelle von Festplatten an. Diese werden als ausbaubare Jukeboxes in das System integriert, alle E-Mails werden damit ausgelagert. Für das Management sorgt Software von IXOS. Die so aufgehobenen Mails gelten als "dokumentenecht", im Falle eines Falles. Aus Benutzersicht verändert sich fast nichts, bis auf ein kleines Symbol bei den ausgelagerten Mails. Und noch eines: keine bösen Warnungen mehr. (spu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1. 2. 2002)

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