Erste Affen-Stammzellen mit "Jungfernzeugung"

31. Jänner 2002, 21:16
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Aus Eizellen von Makaken ließen sich diverse Zellarten ziehen

Worcester - Advanced Cell Technology (ACT), die Firma mit dem ersten bekannt gemachten Menschenklon, veröffentlicht ihre Forschungsergebnisse diesmal nicht mehr in einem wenig bekannten Online-Journal, dem daraufhin der Stammzellpionier John Gearhart wegen mangelnder Transparenz als Konsulent den Rücken kehrt. Nun bringt ACT neue Erkenntnisse auch nicht am Wochenende, wenn die meisten Redaktionen - wie der STANDARD - ohne Wissenschaftsredakteur arbeiten, sondern sie publiziert sie in Science (Vol. 295, S. 819).

Konkret gelang einem Team um ACT-Forscher Jose Cibelli die "Parthenogenese" oder "Jungfernzeugung" von Makaken. Dabei wird die Eizelle ohne Sperma und ohne Transfer des Zellkerns eines zweiten Elternteils (klassisches Klonen) zum Teilen gebracht und so ein genetisch vaterloser Embryo gemacht.

Alles-Könner-Zellen

Cibelli konnte daraus erstmals embryonale Stammzellen eines Primaten gewinnen - pluripotente noch dazu. Das sind jene unspezialisierten Stammzellen, die sich in alle Arten von Körperzellen ausdifferenzieren können. Gezeigt wurde dies unter anderem mit herzmuskelartigen Zellen, Haut-, Fett-und Muskelzellen. Dazu spritzten die Forscher der Firma mit Sitz in Worcester, Massachusetts, die Stammzellen nach entsprechender Präparierung im Labor in Mäuse, deren Immunabwehr geschwächt worden war (und damit die Gefahr der Abstoßung der fremden Zellen).

Wie beim Gewinnen menschlicher Zellen aus "überzähligen" oder extra gezeugten In-vitro-Embryos mussten dafür viele Eizellen zur Teilung gebracht werden (77), um eine einzige Zelllinie zu ziehen. Die blieb zehn Monate pluripotent. (rosch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1. 2. 2002)

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